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Warnstreiks im deutschen öffentlichen Dienst ausgeweitet

Im Tarifstreit um den öffentlichen Dienst der deutschen Bundesländer haben die Gewerkschaften mit massiven Warnstreiks und Grosskundgebungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöht.
Demonstranten gehen am Dienstag beim Warnstreik mit einem Banner mit der Aufschrift «Wir sind es wert» durch die Münchener Innenstadt. Die Gewerkschaft Verdi hat mehr als 2000 Beschäftigte im Öffentlichen Dienst in ganz Bayern zu Warnstreiks gerufen. (Bild: Keystone/DPA/LINO MIRGELER)

Demonstranten gehen am Dienstag beim Warnstreik mit einem Banner mit der Aufschrift «Wir sind es wert» durch die Münchener Innenstadt. Die Gewerkschaft Verdi hat mehr als 2000 Beschäftigte im Öffentlichen Dienst in ganz Bayern zu Warnstreiks gerufen. (Bild: Keystone/DPA/LINO MIRGELER)

(sda/dpa)

In Berlin blieben viele Kindertagesstätten am Dienstag geschlossen. Allein in der Hauptstadt gingen mehr als 10'000 Landesbeschäftigte, vor allem Erzieher und Lehrer, für mehr Geld auf die Strasse. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, schloss am Rande einer Kundgebung in Düsseldorf eine Ausweitung der Ausstände nicht aus. «Bei weiterer Blockadehaltung der Arbeitgeber ist eine Eskalation der Streiks nicht auszuschliessen», sagte er.

Am Donnerstag starten die Gewerkschaften und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in Potsdam in die dritte und womöglich entscheidende Verhandlungsrunde. Eine Einigung am Wochenende wird nicht ausgeschlossen.

«Gute Bildung kostet Geld»

In Berlin starteten vor allem Lehrer, Kita- und Hort-Erzieher in einen zweitägigen Warnstreik, dazu Angestellte aus Hochschulen, Jugendämtern und anderen Behörden. Mit Tröten und Trillerpfeifen machten die Protestierenden auf der Strasse ihrem Unmut über die Arbeitsbedingungen Luft. Gewerkschafter brüllten auf einer kleinen Bühne ins Mikrofon. «Gute Bildung kostet Geld», sagte einer.

In Bayern demonstrierten rund 7000 Beschäftigte für mehr Geld - in München, Regensburg, Nürnberg und Erlangen. In Baden-Württemberg waren unter anderem Zentren für Psychiatrien von den Streiks betroffen, in Sachsen-Anhalt Berufsschulen, Bibliotheken und Strassenbaubehörden, im Saarland Landesverwaltungen, die Universitätsklinik und gewerblich-technische Landesbetriebe und in Rheinland-Pfalz Universitäten und Landeskrankenhäuser.

Die Gewerkschaften fordern für die rund eine Million Tarifbeschäftigten der Länder (ausser Hessen) unter anderem sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Der Abschluss solle zudem auf rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger übertragen werden. Auch für Auszubildende und Praktikanten soll es Verbesserungen geben.

Auch am Mittwoch gehen die Warnstreiks weiter.

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