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Vize Frans Timmermans will EU-Kommission führen

Der niederländische Sozialdemokrat Frans Timmermans will 2019 EU-Kommissionspräsident werden. Der 57-Jährige kündigte am Mittwoch im niederländischen Heerlen an, sich als Spitzenkandidat für die Sozialdemokraten für die Europawahl im Frühjahr bewerben zu wollen.
Der Chef und sein möglicher Nachfolger: Noch-EU-Kommissionspräsident Juncker (links) in einer Sympathiebezeugung gegenüber seinem Vize Timmermans, der selber nun kandidiert (in einer Aufnahme vom Oktober 2015). (Bild: KEYSTONE/EPA epa/PATRICK SEEGER)

Der Chef und sein möglicher Nachfolger: Noch-EU-Kommissionspräsident Juncker (links) in einer Sympathiebezeugung gegenüber seinem Vize Timmermans, der selber nun kandidiert (in einer Aufnahme vom Oktober 2015). (Bild: KEYSTONE/EPA epa/PATRICK SEEGER)

(sda/dpa/afp)

Dabei hat Timmermans, der derzeit hinter Jean-Claude Juncker erster Vize-Chef der EU-Kommission ist, auch die Unterstützung der deutschen SPD-Chefin Andrea Nahles sicher. Sollte seine Bewerbung erfolgreich sein, könnte er zum Gegenspieler des CSU-Politikers Manfred Weber aus Deutschland werden.

Zunächst macht Timmermans mit seiner Bewerbung aber dem Slowaken Maros Sefcovic Konkurrenz, dem bisher einzig anderen Bewerber der Sozialdemokraten. Eine Entscheidung fällt auf dem Partei-Kongress im Dezember. Der Spitzenkandidat der stärksten Partei bei der Europawahl hat gute Chancen, EU-Kommissionschef zu werden.

Sollte die Wahl auf den weltgewandten und sieben Sprachen sprechenden Timmermans fallen, könnte er nach der Europawahl im Mai auch Weber Konkurrenz machen. Dieser bewirbt sich - wie der Finne Alexander Stubb - als Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei.

Derzeit wird erwartet, dass die Konservativen stärkste Kraft werden. Es ist aber nicht absehbar, wie die Verhältnisse im Parlament nach der Wahl aussehen werden - und ob unerwartete Koalitionen nicht doch den Kandidaten der Sozialdemokraten an die Spitze der Kommission bringen könnten.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten im Februar klar gemacht, dass es bei der Personalie «keinen Automatismus» gebe und pochten auf ihr Vorschlagsrecht.

Bilderbuch-Europäer

Timmermans, Sohn eines niederländischen Diplomaten, ist so etwas wie ein Bilderbuch-Europäer. Als Mitglied der Partei der Arbeit (PvDA) war er in den Niederlanden unter anderem Aussenminister.

Schon als Heranwachsender hat er Europa aus verschiedenen Perspektiven erlebt. Er wuchs in Paris, Brüssel, Rom und im niederländischen Heerlen auf. Später studierte er französische Literatur- und Sprachwissenschaft im niederländischen Nijmegen und Europarecht, Politik und französische Literaturwissenschaften im französischen Nancy.

Als erster Vize-Präsident der EU-Kommission ist Timmermans in den vergangenen Jahren - vor allem im Streit mit Polen - vehement für den Rechtsstaat eingetreten. Sein angehefteter Tweet bei Twitter ist der Artikel 2 des EU-Vertrags: «Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschliesslich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören.»

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