Viele Festnahmen bei Demonstration im Osten Russlands

Im äussersten Osten Russlands haben Sicherheitskräfte Proteste gegen die Inhaftierung des ehemaligen Gouverneurs der Region Chabarowsk am Samstag mit Gewalt aufgelöst. Erstmals kam es dabei zu einer grossen Zahl von Festnahmen.

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Die Polizei verhaftet einen Demonstranten während einer Kundgebung zur Unterstützung Furgals, Ex-Gouvernours von Chabarowsk. Sergej Furgal wurde am 9. Juli wegen des Verdachts der Beteiligung an verschiedene Morden verhaftet und nach Moskau ins Gefängnis gebracht. Foto: Igor Volkov/AP/dpa

Die Polizei verhaftet einen Demonstranten während einer Kundgebung zur Unterstützung Furgals, Ex-Gouvernours von Chabarowsk. Sergej Furgal wurde am 9. Juli wegen des Verdachts der Beteiligung an verschiedene Morden verhaftet und nach Moskau ins Gefängnis gebracht. Foto: Igor Volkov/AP/dpa

Keystone/AP/Igor Volkov
(sda/dpa)

Die Stadtverwaltung sprach von 25 Fällen, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete. Im Mitarbeiterstab des Kremlkritikers Alexej Nawalny war von 40 Festnahmen die Rede. Die Stadt Chabarowsk an der Grenze zu China hat mehr als eine halbe Million Einwohner.

Videoaufnahmen zeigen Sicherheitskräfte, die mit grosser Brutalität gegen Demonstranten vorgingen. Nach Angaben der Opposition wurden zwei Teilnehmer so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Mehrere hundert Menschen skandierten Parolen zur Unterstützung von Ex-Gouverneur Sergej Furgal und gegen die Regierung. Nach Angaben der Stadtverwaltung begannen Demonstranten dann auch damit, eine Zeltstadt aufzubauen. Als sie sich weigerten, damit aufzuhören, seien die Sicherheitskräfte eingeschritten.

Gegen Furgal wird wegen Beteiligung an Auftragsmorden vor 15 Jahren ermittelt. Der 50-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Der Politiker war Anfang Juli festgenommen worden. Er gehört der Liberaldemokratischen Partei (LDPR) des Ultranationalisten Wladimir Schirinowski an und hatte sich bei der Wahl vor zwei Jahren gegen den Kandidaten der Kremlpartei durchgesetzt. Seither gibt es Proteste.