USA und Südkorea verschieben wegen Coronavirus Militärmanöver

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus setzen die USA und Südkorea geplante gemeinsame Militärübungen aus. Das für das Frühjahr geplante gemeinsame Training von Kommandozentralen wird verschoben.

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Südkorea und die USA haben gemeinsame Militärmanöver wegen des Coronavirus abgesagt.

Südkorea und die USA haben gemeinsame Militärmanöver wegen des Coronavirus abgesagt.

KEYSTONE/AP/AHN YOUNG-JOON
(sda/afp/dpa)

Das teilten die Streitkräfte beider Länder am Donnerstag mit. Zuvor war in Südkorea die Alarmstufe wegen des Coronavirus auf den höchsten Grad heraufgesetzt worden. Das Land ist der grösste Herd des Erregers ausserhalb von China.

Seit Mittwoch wurden in Südkorea weitere 334 Ansteckungsfälle bestätigt, wie die für die Bekämpfung der Epidemie zuständige Gesundheitsbehörde mitteilte. Die Zahl der Infektionen in dem Land stieg damit auf 1595. Die Zahl der Todesopfer in Südkorea durch das Coronavirus liegt bei zwölf.

In Südkorea sind rund 28'500 US-Soldaten stationiert, die das Land gegen das mit Atomwaffen ausgerüstete Nordkorea schützen sollen. Am Mittwoch war erstmals ein Fall der Ansteckung mit dem Coronavirus unter den US-Soldaten in Südkorea gemeldet worden. Der 23-jährige Soldat wurde in seiner Wohnung ausserhalb der Basis Camp Carroll unter Quarantäne gestellt.

Zuversicht in Washington

US-Präsident Donald Trump äussert sich derweil zuversichtlich hinsichtlich der Ausbreitung und Bekämpfung des Virus in den USA. Vizepräsident Mike Pence werde für die Reaktion der USA auf den Ausbruch des Coronavirus verantwortlich sein, gab Trump an einer Pressekonferenz bekannt.

Trump selbst geht nicht davon aus, dass eine Pandemie unausweichlich ist. «Das Risiko für das amerikanische Volk bleibt sehr gering. Und es gibt keinen Grund zur Panik. Amerika ist gewappnet und bereit, sich anzupassen. Wir sind bereit, alles zu tun, was wir tun müssen, wenn sich die Krankheit ausbreitet», sagt Trump.

Er ergänzte, dass die Regierung jegliche von Kongress genehmigten Finanzmittel im Kampf gegen das Virus einsetze. Es könnte erforderlich werden, Reisen nach Italien und Südkorea zu beschränken, aber noch sei nicht der richtig Zeitpunkt dafür.

Gebremster Anstieg in China

Die Zahl der Virus-Erkrankungen in Festland-China ist unterdessen nach Angaben der Behörden um 433 gestiegen. Am Vortag hatte es 406 neue Fälle gegeben. Damit liegt die Zahl der Erkrankten insgesamt nun bei 78'497. Die Zahl der neuen Todesopfer beläuft sich auf 29.

Das ist der niedrigste Stand seit dem 28. Januar. Aus der Provinz Hubei stammen 26 der Toten und 409 der aufgetretenen 433 Neuerkrankungen. Die drei anderen Todesopfer kamen aus Peking und die Provinzen Heilongjiang und Henan. Insgesamt starben damit bislang 2744 Menschen in China an den Virus-Folgen.

Ausserhalb von Festlandchina wurden inzwischen aus mehr als 40 Ländern und Regionen mehr als 3300 Infektionen und mehr als 50 Tote gemeldet, wie aus einer Aufstellung des chinesischen Internetunternehmens Tencent hervorging.