Unwetter in Österreich: Ein Toter und Verletzte im Unwetter- und Schneechaos in Österreich

Im Unwetter- und Schneechaos in Österreich ist ein Mensch ums Leben gekommen. Der 79-Jährige wurde am Montag hinter seinem Haus in Kärnten von einer Schlammlawine erfasst, wie die Polizei mitteilte. Auch in Salzburg, Tirol und der Steiermark blieb die Lage angespannt. Es gab etliche Katastropheneinsätze, Strassen und Bahnstrecken waren gesperrt.

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Nach starken Regenfällen im Süden Österreichs kam es am Sonntag zu Überschwemmungen rund um den Faaker See im Bundesland Kärnten. (Bild: KEYSTONE/APA/APA/DANIEL RAUNIG)

Nach starken Regenfällen im Süden Österreichs kam es am Sonntag zu Überschwemmungen rund um den Faaker See im Bundesland Kärnten. (Bild: KEYSTONE/APA/APA/DANIEL RAUNIG)

(sda/dpa)

Ein zeitweise von der Aussenwelt abgeschnittenes Skigebiet im Stubaital war am Nachmittag wieder erreichbar. Von Freitag- bis Montagmorgen waren in Oberkärnten, Osttirol und den südlichen Regionen von Salzburg stellenweise bis zu 300 Millimeter Niederschlag gefallen, wie die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf den österreichischen Wetterdienst berichtete.

Besonders schlimm war die Lage in Kärnten, wo ein Haus in Bad Kleinkirchheim von einer Schlammlawine getroffen und fast vollständig zerstört wurde. Der 79-jährige Besitzer wurde hinter seinem Haus von den Schlammmassen erfasst und getötet.

Lawinen begruben auch mehrere Strassen unter sich. Die Tauernautobahn wurde wegen Lawinengefahr vorübergehend gesperrt. Am Montagabend wurde die Sperrung wieder aufgehoben.

Stromausfälle und Hochwasser

Seit Sonntag gab es in Kärnten mehr als tausend Feuerwehreinsätze, rund 1400 Haushalte waren am Montagnachmittag noch ohne Strom. Im Gurktal erreichte der Hochwasserpegel der Gurk seinen höchsten Stand seit 30 Jahren, wie APA unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete. Mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen.

In dem Ort Strassburg wurde ein Haus komplett überflutet. Mehrere Ortschaften um den Kurort Mallnitz waren von der Aussenwelt abgeschnitten, Strassen waren wegen Überschwemmungen und Geröll nicht befahrbar.

Auch im benachbarten Bundesland Salzburg waren seit Sonntag rund 35 Gemeinden von Starkregen, Hochwasser und Schlammlawinen betroffen. Zu dramatischen Szenen kam es im Kur- und Wintersportort Bad Gastein, wo eine Lawine zwei Wohnhäuser aufeinander schob und zerstörte. Aus beiden Häusern wurde je eine Frau verletzt geborgen. Am Vormittag waren in Salzburg laut APA noch 500 Feuerwehrleute im Einsatz, in etlichen Schulen fiel der Unterricht aus.

Im Pustertal, das in Ost- und Südtirol liegt, entgleiste ein Zug, als eine Gerölllawine auf die Gleise niederging. In dem Zug befanden sich laut APA drei Zugbegleiter und ein Passagier. Sie wurden alle unverletzt gerettet, die Strecke wurde gesperrt.

Auch viele andere Zugstrecken im Westen und Süden Österreichs waren laut APA gesperrt. Fernzüge waren ebenfalls betroffen, unter anderem auf der Tauernstrecke. Teilweise war nicht einmal Schienenersatzverkehr möglich, weil auch Strassen gesperrt waren. Der Brenner wurde dagegen wieder für den Zugverkehr geöffnet, die Eurocitys der Deutschen Bahn und der Österreichischen Bundesbahnen zwischen München und Verona verkehrten wieder planmässig.

Feriengäste wegen Lawine blockiert

Wegen eines Lawinenabgangs in der Nähe der Talstation der Stubaier Gletscherbahnen waren vorübergehend 650 Gäste und Mitarbeiter der Gletscherbahn im hinteren Stubaital eingeschlossen. Sie hatten die Nacht im Hotel bei der Talstation und in Räumen der Gletscherbahn verbringen müssen. Nach mehreren Lawinensprengungen konnte die Strasse aber geräumt werden und die Eingeschlossenen konnten wieder talauswärts fahren.

Für Osttirol, die südlichen Ötztaler Alpen, die Brennerregion und die südlichen Stubaier Alpen bis zum Zillertaler Hauptkamm galt weiter die zweithöchste Lawinenwarnstufe 4. Die Behörden rieten deshalb dringend davon ab, sich abseits gesicherte Skipisten und im Wald aufzuhalten.

Auch am Dienstag soll es in Oberkärnten und Osttirol weiter verbreitet regnen und schneien, aber nicht mehr so extrem wie in den vergangenen Tagen. Am Mittwoch sei dann mit einer «nachhaltigen Entspannung» zu rechnen.