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«Unsichtbare Mauer» - Papst warnt vor Stigmatisierung von Menschen

Papst Franziskus hat beim Weltjugendtag in Panama vor einer Spaltung der Gesellschaft durch Stigmatisierung gewarnt.
Papst Franziskus hört Häftlingen in einem Jugend-Gefängnis in Panama zu. (Bild: KEYSTONE/AP/ALESSANDRA TARANTINO)

Papst Franziskus hört Häftlingen in einem Jugend-Gefängnis in Panama zu. (Bild: KEYSTONE/AP/ALESSANDRA TARANTINO)

(sda/dpa)

«Diese Haltung macht alles negativ, weil sie eine unsichtbare Mauer errichtet, die einen glauben macht, dass durch Ausgrenzung, Trennung und Isolierung alle Probleme auf magische Weise zu lösen sind», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitag vor jugendlichen Häftlingen in Pacora rund 50 Kilometer vor der Hauptstadt Panama-Stadt.

Das Gefängnis Las Garzas de Pacora gilt in dem mittelamerikanischen Land als vorbildliche Einrichtung mit Blick auf die Resozialisierung junger Straftäter. Dort sind nach Vatikan-Angaben rund 200 Jugendliche inhaftiert.

Ein 21-jähriger Häftling, der 2016 festgenommen worden war, hiess den Papst in der Haftanstalt willkommen und berichtete ihm von seinem Leben. Er habe einem seiner Lieben grossen Schaden zugefügt, gab der Gefangene bei der Begegnung mit Franziskus zu, ohne Details preiszugeben. «Es gibt keine Worte, die beschreiben, was für eine Freiheit ich in diesem Moment empfinde.»

Häftlinge beichten dem Papst

Der Papst war sichtlich gerührt. In seiner Predigt vor den Häftlingen forderte Franziskus Anstrengungen, den Menschen neue Chancen zu geben. Anschliessend nahm er mit zwei Priestern mehreren Häftlingen die Beichte ab.

Die Strassen auf dem Weg zu dem Gefängnis waren streckenweise gesäumt von zahlreichen Menschen, die dem Papst im offenen Auto zujubelten. Am späten Freitagnachmittag (Ortszeit) wollte sich der Argentinier mit den Jugendlichen des Weltjugendtags auf einen Kreuzweg begeben.

Am Donnerstag hatte der Pontifex beim grössten Katholikentreffen erstmals eine Ansprache vor Zehntausenden Gläubigen gehalten und die Menschen dazu aufgerufen, Brücken statt Mauern zu bauen. Er verurteilte «diese Erbauer von Mauern, die, indem sie Angst säen, Menschen zu spalten versuchen». Dies konnte auch als Zeichen gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump interpretiert werden, der an der US-Grenze zu Mexiko den Bau einer Mauer plant.

Gegen Abschottung und Ausgrenzung

Franziskus spricht sich immer wieder gegen Abschottung und Ausgrenzung aus - und geht dazu auch an die Ränder der Gesellschaft, trifft Arme, Kranke oder Straftäter wie jetzt in Panama. Jeder habe eine Perspektive vor sich, sagte er am Freitag.

Mit seinem Besuch in der Haftanstalt wollte der Papst auch diejenigen in den Weltjugendtag einbeziehen, die nicht an den Veranstaltungen teilnehmen können. Die Treffen, an denen katholische Jugendliche aus aller Welt teilnehmen, finden alle zwei bis drei Jahre statt.

Der jetzige Weltjugendtag in Panama-Stadt dauert bis zum Sonntag und ist nach den Veranstaltungen in Buenos Aires (1987) und Rio de Janeiro (2013) der dritte in Lateinamerika. Die Zahl der teilnehmenden Pilger wurde von den Veranstaltern allerdings mehrmals nach unten korrigiert, inzwischen ist von rund 86'000 die Rede.

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