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Türkische Twitter-Nutzer sagen "genug" zu Erdogan

Wenn das Volk sage, es sei "genug", dann werde er abtreten - mit diesen Worten hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einen Twitter-Sturm ausgelöst. Hunderttausende verbreiteten den Slogan "Genug" am Dienstag über den Kurzbotschaftendienst.
In der Türkei haben einige "genug" von Präsident Recep Tayyip Erdogan und taten dies per Twitter auch kund. (Bild: KEYSTONE/EPA TURKISH PRESIDENT PRESS OFFICE/TURKISH PRESIDENT PR)

In der Türkei haben einige "genug" von Präsident Recep Tayyip Erdogan und taten dies per Twitter auch kund. (Bild: KEYSTONE/EPA TURKISH PRESIDENT PRESS OFFICE/TURKISH PRESIDENT PR)

(sda/afp)

Wenn das Volk sage, es sei "genug", dann werde er abtreten - mit diesen Worten hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einen Twitter-Sturm ausgelöst. Hunderttausende verbreiteten den Slogan "Genug" am Dienstag über den Kurzbotschaftendienst.

Bis zum Nachmittag war das türkische Wort "Tamam" (genug) mit mehr als 500'000 Tweets auf der weltweiten Trendliste von Twitter auf dem Spitzenplatz.

Zahlreiche Twitter-Nutzer verbreiteten schlicht das Wörtchen "Tamam", andere schrieben "TAMAM" so oft es in die Twitter-Zeile passte. Andere fügten Slogans hinzu wie "Bitte geh' einfach jetzt". Auch die türkischen Oppositionsparteien griffen Erdogans Äusserungen in einer Rede vor seiner Parlamentsfraktion rasch auf.

"TAMAM", schrieb Meral Aksener, die für die rechtsnationalistische IYI-Partei bei der Präsidentschaftswahl am 24. Juni gegen Erdogan antritt. "Vakit TAMAM!" (Die Zeit ist vorbei), schrieb auch der Kandidat Muharrem Ince der linksnationalistischen CHP, während der Vorsitzende der proislamischen Saadet-Partei, Temel Karamollaoglu, twitterte: "TAMAM Insallah" (Genug, so Gott will).

"Wenn eines Tages die Nation sagt 'genug', dann werden wir beiseite treten", hatte Erdogan gesagt, wobei er von sich selbst in der ersten Person Plural sprach. Seinen Gegnern warf er vor, als einziges Ziel zu haben, "Recep Tayyip Erdogan zu zerstören". Er vertraue aber auf Gott, dass "unsere Nation am 24. Juni diesem Team der Zerstörung erneut eine verdiente Lektion erteilen wird".

Erdogan hatte Mitte April überraschend vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen für den 24. Juni ausgerufen. Der islamisch-konservative Politiker hat die türkische Gesellschaft zutiefst gespalten, doch hat er weiter auch grossen Rückhalt und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass er wiedergewählt wird.

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