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Trumps Beileidsbesuch in Synagoge von Protesten begleitet

Begleitet von Protesten hat US-Präsident Donald Trump der von einem tödlichen Anschlag heimgesuchten Synagoge in Pittsburgh einen Kondolenzbesuch abgestattet. Demonstranten warfen dem Präsidenten das Schüren von Hass vor.
US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania am Dienstag in der Tree of Life Synagoge in Pittsburgh. (Bild: Keystone/AP/ANDREW HARNIK)

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania am Dienstag in der Tree of Life Synagoge in Pittsburgh. (Bild: Keystone/AP/ANDREW HARNIK)

(sda/afp)

Während Trump am Dienstag zusammen mit Ehefrau Melania und anderen Mitliedern seiner Familie in symbolischen Gesten die elf Todesopfer des antisemitischen Anschlags ehrte, machten Demonstranten ihrem Unmut über den Präsidenten Luft. Sie warfen ihm unter anderem vor, die rechtsextreme Szene anzuspornen.

Während ihres etwa 20-minütigen Besuchs der Lebensbaum-Synagoge zündeten der Präsident und die First Lady Kerzen zu Ehren der Todesopfer an. Anschliessend legten sie an der provisorischen Gedenkstätte ausserhalb des Gotteshauses jeweils eine weisse Blume und einen kleinen Stein vor den Sternen nieder, die an die elf Anschlagsopfer vom Samstag erinnern. Die Niederlegung von kleinen Steinen auf Gräbern ist eine jüdische Tradition.

Begleitet wurde der Präsident auch von seiner Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner. Beide sind orthodox-jüdischen Glaubens. Während des Präsidentenbesuchs der Synagoge waren nach Angaben eines anwesenden AFP-Reporters die Rufe von Demonstranten zu hören, die sich direkt ausserhalb der Sicherheitsabsperrungen versammelt hatten. Sie riefen unter anderem «Worte bedeuten etwas» und «Kein Hass mehr».

Ungewöhnlicher Vorgang

Nach Polizei-Angaben nahmen rund 1500 Menschen an dem Protest teil. «Trump, schwöre dem weissen Nationalismus ab» oder «Hassreden erzeugen Hassverbrechen» war auf Transparenten zu lesen. Proteste gegen einen Kondolenzbesuch nach einem Gewaltakt sind in den USA ein höchst ungewöhnlicher Vorgang.

Trumps Besuch trage mehr zur Spaltung bei als dass er «zusammenbringt», sagte eine Teilnehmerin der Demonstration, die 57-jährige Bibliothekarin Nonie Heystek. Vertreter der örtlichen jüdischen Gemeinde hatten bereits kurz nach dem Anschlag klargemacht, dass sie keinen Besuch des Präsidenten wünschten.

«Präsident Trump, Sie sind in Pittsburgh nicht willkommen, bis sie den weissen Nationalismus umfassend verurteilen», schrieben sie in einem offenen Brief, der auch während der Demonstration verlesen wurde. Die Unterzeichner bezeichneten den wohl bislang tödlichsten antisemitischen Anschlag der US-Geschichte als «direkte Zuspitzung» von Trumps «Einfluss».

Der Rabbi der Lebensbaum-Synagoge, Jeffrey Myers, hatte jedoch im Vorfeld gesagt, dass der Präsident willkommen sei. Myers führte Trump und seine Angehörigen dann in dem Gotteshaus herum.

Trump verurteilte Antisemitismus

Der Angriff war von einem mit einem Sturmgewehr bewaffneten Mann verübt worden, der judenfeindliche Parolen brüllte. Der mutmassliche Täter wurde direkt nach dem Blutbad festgenommen.

Trump verurteilte bereits kurz nach dem Anschlag den Antisemitismus und auch andere Formen des Hasses auf Religionen und Minderheiten. Kritiker auch in den US-Medien werfen ihm jedoch vor, durch seine aggressive Rhetorik gegen politische Rivalen und gesellschaftliche Minderheiten den Boden für politische Gewalt bereitet zu haben.

Mit seinem Beileidsbesuch in der Grossstadt im Bundesstaat Pennsylvania setzte sich Trump auch über eine Bitte des dortigen Bürgermeisters hinweg. Das Stadtoberhaupt von Pittsburgh, Bill Peduto, hatte gesagt, Trump solle besser mit seinem Besuch warten, bis alle elf Todesopfer beerdigt seien. Die Beisetzungen begannen erst kurz vor Trumps Visite.

Empörung über christlichen Rabbi

Für Empörung sorgte auch Vizepräsident Mike Pence, der bei einem Wahlkampfauftritt am Montag einen «christlichen Rabbi» hatte sprechen lassen. Statt seine Ansprache mit einem Gebet für die elf Toten von Pittsburgh zu eröffnen, pries der Prediger zu Beginn Jesus Christus und betete für vier republikanische Kandidaten bei den in einer Woche anstehenden Wahlen.

Die elf Toten von Pittsburgh ehrte der Prediger dann später nur im Rahmen eines Gebetes an Christus, ohne ihre Namen zu nennen. Jüdische Nutzer der Onlinenetzwerke reagierten entsetzt, unter anderem war von einem «beleidigenden politischen Trick» die Rede.

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