Südkoreas Präsident nominiert neuen Geheimdienstchef

Südkoreas Präsident Moon Jae In hat eine wichtige Figur der einstigen «Sonnenscheinpolitik» zu Nordkorea zum neuen Geheimdienstchef nominiert.

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Südkoreas Präsident Moon Jae In. Foto: -/YNA/dpa

Südkoreas Präsident Moon Jae In. Foto: -/YNA/dpa

Keystone/YNA/-
(sda/dpa)

Der 78-jährige frühere Abgeordnete und Kulturminister Park Jie Won soll Direktor des Nationalen Aufklärungsdienstes (NIS) werden, teilte Moons Büro am Freitag mit. Mit Park könnte der linksliberale Staatschef nach Ansicht von Beobachtern versuchen, den derzeit stockenden Beziehungen zum abgeschotteten Nachbarland im Norden neue Impulse zu geben.

Park war Stabschef unter Ex-Präsident Kim Dae Jung, der vor 20 Jahren zum ersten innerkoreanischen Gipfeltreffen nach Pjöngjang gereist war und mit seiner Politik des Sonnenscheins eine neue Phase der Annäherung auf der koreanischen Halbinsel eingeleitet hatte. Der 2009 gestorbene Kim geniesst nach wie vor hohes Ansehen in Nordkorea.

Park hatte eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung des Gipfels im Juni 2000 gespielt. Er wurde allerdings im September 2006 zu drei Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, Schmiergelder vom südkoreanischen Hyundai-Konzern angenommen und sich dafür für dessen Geschäftsinteressen in Nordkorea eingesetzt zu haben. Wenige Monate später kam Park im Zuge einer Sonderamnestie wieder frei.

Zudem nominierte Moon den Abgeordneten der regierenden Demokratischen Partei, Lee In Young, zum neuen Minister für die Beziehungen zu Nordkorea. Lee soll Nachfolger von Ex-Vereinigungsminister Kim Yeon Chul werden, der im Juni angesichts der Verschlechterung der innerkoreanischen Beziehungen zurückgetreten war. Park und Lee müssen sich noch Fragen des Parlaments zu ihrer Amtstauglichkeit stellen. Den bisherigen Geheimdienstchef Suh Hoon nominierte Moon zu seinem nationalen Sicherheitsberater.