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Sieben Tote und 15 Verletzte bei Selbstmordanschlag in Kabul

Ein Selbstmordanschlag in Kabul hat erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage in Afghanistan geworfen. Vor dem Ministerium für ländliche Entwicklung riss ein Selbstmordattentäter am Sonntag mindestens sieben Menschen mit in den Tod.
In Kabul hat es am Sonntag erneut einen Selbstmordanschlag mit zahlreichen Todesopfern gegeben. (Bild: KEYSTONE/EPA/JAWAD JALALI)

In Kabul hat es am Sonntag erneut einen Selbstmordanschlag mit zahlreichen Todesopfern gegeben. (Bild: KEYSTONE/EPA/JAWAD JALALI)

(sda/afp)

Zudem verletzte er mehr als 15 weitere, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Laut der Uno erreichte die Zahl der bei Gefechten und Anschlägen in Afghanistan getöteten Zivilisten damit im ersten Halbjahr 2018 einen neuen Höchststand.

Unter den sieben Todesopfern vom Sonntag seien sowohl Sicherheitskräfte als auch Zivilisten, teilte ein Polizeisprecher mit. Ein Sprecher des angegriffenen Ministeriums sagte, der Attentäter habe sich am Feierabend an einer Sicherheitsschleuse in die Luft gesprengt, als dort gerade viele Mitarbeiter das Ministerium verliessen.

Es war aber unklar, ob sich der Anschlag gegen das Ministerium gerichtet habe. In der Nähe hatte sich laut Polizeisprecher zum Zeitpunkt der Tat ein Fahrzeug mit ausländischen Beratern des Ministeriums befunden.

IS meldet sich

Zu dem Anschlag vor dem Ministeriumsgebäude in Kabul bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), wie das auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen Site mitteilte. Eine entsprechende Erklärung wurde demnach über das IS-Propagandaorgan Amaq verbreitet.

Auf das Ministerium für ländliche Entwicklung war bereits am 11. Juni ein Anschlag verübt worden, als während des Fastenmonats Ramadan vor dem Gebäude Mitarbeiter für einen Bus Schlange standen. 13 Menschen wurden getötet und mehr als 30 weitere verletzt. Auch damals hatte der IS die Tat für sich reklamiert.

Die Uno-Mission in Afghanistan (Unama) teilte am Sonntag mit, die Zahl der zivilen Opfer in dem Land durch Kämpfe und Anschläge habe im ersten Halbjahr 2018 einen neuen Höchststand erreicht. 1692 Zivilisten seien in den ersten sechs Monaten dieses Jahres getötet worden - ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Weitere 3430 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt, etwas weniger als im Vorjahreszeitraum.

Auch radikale Taliban verantwortlich

Bei Selbstmord- und Bombenanschlägen wurden laut Unama 1413 Menschen getötet oder verletzt. Die IS-Miliz sei für den Grossteil dieser Angriffe verantwortlich gewesen. An zweiter Stelle stehen demnach die radikalislamischen Taliban, die weiterhin die grösste bewaffnete Miliz sind und weite Teile des Landes kontrollieren.

An dieser Entwicklung konnte offenbar auch eine historischen Waffenruhe nichts ändern. Die einseitig von der afghanischen Armee ausgerufene Feuerpause hatte sich mit einer dreitägigen Waffenruhe der Taliban während des Fastenbrechens am Ende des Ramadans überschnitten. Die Waffenruhe wurde jedoch von zwei Selbstmordanschlägen des IS mit dutzenden Toten in der östlichen Provinz Nangarhar überschattet.

Den stärksten Anstieg gab es der Uno-Mission zufolge bei zivilen Toten nach Luftangriffen. 353 Menschen seien dabei verletzt oder getötet worden - 52 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Neben der afghanischen Luftwaffe fliegen auch die USA Angriffe am Hindukusch. US-Präsident Donald Trump hatte vor knapp einem Jahr eine Intensivierung der Angriffe auf Stellungen von Milizen angekündigt.

Wegen der angespannten Lage sind Abschiebungen afghanischer Staatsangehöriger in ihr Heimatland umstritten. Die Bundesregierung hatte im Juni entschieden, Beschränkungen für Abschiebungen aufzuheben.

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