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Selbstmordattentäterin verletzt 20 Menschen in Tunis

Bei einem Selbstmordanschlag im Zentrum der tunesischen Hauptstadt Tunis sind nach offiziellen Angaben mindestens 20 Menschen verletzt worden. Eine Frau sprengte sich in der Nähe eines Polizeiwagens in die Luft.
Nachdem sich eine Frau in Tunis auf der zentralen Geschäftsstrasse Avenue Habib Bourguiba in die Luft sprengte, sperrte die Polizei den Tatort weiträumig ab. (Bild: KEYSTONE/AP/RIADH DRIDI)

Nachdem sich eine Frau in Tunis auf der zentralen Geschäftsstrasse Avenue Habib Bourguiba in die Luft sprengte, sperrte die Polizei den Tatort weiträumig ab. (Bild: KEYSTONE/AP/RIADH DRIDI)

(sda/reu/afp/dpa)

Das teilte das tunesische Innenministerium am Montag mit. Unter den Verletzten seien 15 Polizisten und fünf Passanten, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte. Der Grossteil der Menschen sei leicht verletzt worden. Die Attentäterin starb.

Augenzeugen berichteten von einer starken Detonation auf der Habib-Bourguiba-Allee in der Nähe des Städtischen Theaters. Krankenwagen seien dorthin gerast. Die Polizei habe den Tatort weiträumig abgesperrt.

Die Frau sprengte sich nach Ministeriumsangaben neben Polizeiwagen in die Luft. Bei der Attentäterin handle es sich um eine 30-jährige Frau aus dem Küstenort Mahdia südöstlich von Monastir, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Sie sei bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten und habe keine Verbindungen zu Terrorgruppen gehabt.

Belebte Geschäftsstrasse

Die Avenue Habib Bourguiba ist eine der wichtigsten und belebtesten Geschäftstrassen in Tunis. Sie ist gesäumt von Cafés und mehrere internationale Hotels befinden sich hier. Die Strasse führt direkt in die Altstadt von Tunis, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Auch das Innenministerium und die französische Botschaft liegen an der Strasse.

Das stark vom Tourismus abhängige Land hat in den vergangenen Jahren nach mehreren schweren Anschlägen die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. 2015 wurden 21 Menschen bei einer Geiselnahme im Nationalmuseum getötet. In einem Badeort am Mittelmeer tötete ein Bewaffneter im selben Jahr 38 Menschen.

Seitdem gab es keine schweren Anschläge mehr, und der Tourismus zog wieder an. Im Juli vermeldete Tunesien dank deutlich mehr Touristen aus Europa einen Anstieg der Tourismus-Einnahmen im ersten Halbjahr um 40 Prozent. Demnach erwarten die Behörden für 2018 die Rekordzahl von acht Millionen Touristen. Nach den Anschlägen 2015 war die Zahl auf 5,3 Millionen gesunken.

Trotz von der Regierung propagierter Fortschritte im Kampf gegen den Terrorismus gilt seit einer Attacke in Tunis im November 2015 der Ausnahmezustand in dem nordafrikanischen Land. Der Ausnahmezustand wurde Anfang Oktober erneut um einen Monat verlängert.

Tunesien ist das einzige Land, in dem im Laufe des Arabischen Frühling 2011 der autokratische Machthaber gestürzt wurde, ohne dass das Land in schwere Unruhen oder einen Bürgerkrieg versank.

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