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Schweden: Sechs Schweizer sterben in Todeskurve

Auf einer Fahrt auf einer Landstrasse im Norden Schwedens sind in der Nacht auf Samstag sechs Schweizer ums Leben gekommen, ein siebter wurde verletzt. Ihr Kleinbus war frontal mit einem Lastwagen zusammengestossen. Anwohner kritisieren die Kurve und die Geschwindigkeitsbegrenzung.
Tobias Keller, Västervik und Pascal Ritter
Der Chauffeur des Lastwagens sagte, der Minibus der Schweizer sei ihm auf seiner Spur entgegengekommen. Bild: Screenshot: Aftonbladet/Maria Engström-Andersson

Der Chauffeur des Lastwagens sagte, der Minibus der Schweizer sei ihm auf seiner Spur entgegengekommen. Bild: Screenshot: Aftonbladet/Maria Engström-Andersson

Sechs junge Schweizer liessen in der Nacht auf Samstag im Norden Schwedens ihr Leben, als ihr Minibus mit einem Lastwagen kollidierte, der Erz transportierte. Der Fahrer des Lastwagens wurde verletzt. Die jungen Männer wollten laut schwedischen Medien in den dunklen Winternächten in Kiruna das Nordlicht bestaunen. Kiruna im höchsten Norden Schwedens erlebte in den letzten Jahren einen Aufschwung im Wintertourismus.

Das gestrige Unglück ist nicht das erste in der Kurve der Strasse 395. Doch es ist das bisher schwerste. Laut dem staatlichen Regionalkanal P4 Norrbotten haben sich an der gleichen Stelle seit dem letztem Sommer bereits fünf schwere Unfälle ereignet. Die Unfallstelle liegt unweit von Masungsbyn, wo der 55-jährige Göran Lantto wohnt. Gegenüber P4 Norrbotten kritisiert er die Streckenführung und die Geschwindigkeitsbegrenzung bei der Unfallstelle. «Mit sehr guten Pneus und als sehr guter Fahrer kommst du mit höchstens 70 Stundenkilometern durch diese Kurve, aber niemals mit den beschilderten 90 Kilometern pro Stunde.»

Ein Schock für das Dorf

Trotz baulicher Anpassung der Kurve würde der Strassenverlauf die Fahrenden auf die entgegengesetzte Fahrbahn ziehen. «Ist das Fahrzeug falsch beladen, fährt man zu schnell oder mit schlechten Reifen, dann kann es gefährlich werden.» Lantto zieht im Interview mit dem Radiosender eine Verbindung zwischen den sich häufenden Unglücken und der Fehlkonstruktion der Kurve. Die in den Unfall mit den Schweizern involvierte Erztransportfirma ist keine Unbekannte in den Unfallprotokollen der Region. Erst im Dezember ist ein Lastwagenchauffeur umgekommen, als sich sein Transporter überschlug.

Der CEO der Transportfirma bestritt gegenüber Radio P4 einen Zusammenhang zwischen dem Unglück vom Samstag und den vorangegangenen Zwischenfällen, in die seine Erztransporter involviert waren. Bei fünf von sechs Verunglückten handelt es sich um junge Männer aus der Berner Oberländer Gemeinde Adelboden. «Für das ganze Dorf ist die traurige Nachricht ein grosser Schock!», schreibt Gemeindeschreiberin Jolanda Lauber in einer Mitteilung. Der Gemeinderat spricht den Angehörigen der Opfer und des Verletzten sein «tiefstempfundenes Beileid und Mitgefühl» aus. Die Gemeindebehörde stehe den Familien bei Fragen jederzeit zur Verfügung und biete Hilfe an.

Die Unglücksnachricht traf Adelboden in einem Moment der Freude. Am Wochenende fanden Skirennen statt. Nach der Siegerehrung wurde eine Schweigeminute abgehalten. Auf ihrer Website drückten die Organisatoren den Angehörigen «tiefste Verbundenheit» aus. In einer am Sonntag verbreiteten Stellungnahme zeigte sich auch das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten bestürzt. Das regionale Konsularcenter in Stockholm habe eine Mitarbeiterin in die Unfallregion entsandt, um den Familien der Opfer zur Seite zu stehen.

Bundesrat Ignazio Cassis sprach den Angehörigen der Opfer und des Verletzten im Namen des Bundesrates sein «tief empfundenes Mitgefühl» aus.

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