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Schneemassen fordern in Europa weitere Todesopfer

Die Schneemassen in Teilen Europas bleiben weiter gefährlich. Am Freitag kam der 48-jährige Fahrer eines Schneepflugs im bayerischen Lenggries ums Leben, als sein Fahrzeug auf einer Brücke umkippte und in einen Fluss stürzte. In Bulgarien starben zwei Snowboardfahrer.
Ein Mann befreit ein schwer eingeschneites Auto von der Schneelast in Obertauern (AUT). (Bild: KEYSTONE/APA/APA/BARBARA GINDL)
Vom Wind gepresster Schnee auf einem Dach im österreichischen Obertauern. (Bild: KEYSTONE/APA/APA/BARBARA GINDL)
Der Winter treibt es in weiten Teilen Europas auf die Spitze. Kirche von Untertauern (AUT). (Bild: KEYSTONE/APA/APA/BARBARA GINDL)
Armeefahrzeuge auf einer geschlossenen Strasse bei Hohentauern. Der Schnee setzt vielen Gegenden in Europa stark zu. (Bild: KEYSTONE/EPA/CHRISTIAN BRUNA)
Hubschrauber der österreichischen Bundeswehr sind im Einsatz in Hall bei Admont in der Steiermark, um aus der Luft Unterstützung zu leisten und Schnee von den Bäumen zu entfernen. Im Fachjargon nennt sich das «Downwash». (Bild: KEYSTONE/APA/APA/OLIVER-JOHN PERRY)
Kein Durchkommen nach den schweren Schneefällen der letzten Tage: Die Anzeige der Radstädter Tauern-Sperre in Österreich. (Bild: KEYSTONE/APA/APA/BARBARA GINDL)
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Schneemassen fordern in Europa weitere Todesopfer

(sda/dpa)

Die beiden Männer gerieten unter einer Lawine, die sie selbst ausgelöst haben. Sie seien ausserhalb der Skipisten im südbulgarischen Pirin-Gebirge zusammen mit zwei weiteren Männern unterwegs gewesen, berichteten bulgarische Medien.

An den Flughäfen München und Frankfurt wurden am Freitag jeweils rund hundert Flüge gestrichen. Auch der Bahnverkehr blieb auf vielen Strecken Bayerns unterbrochen. Nach Angaben eines Bahnsprechers fallen auch in den kommenden Tagen zahlreiche Züge aus. In Österreich holte das Bundesheer eine grosse Schülergruppe aus dem Ruhrgebiet mit zwei Hubschraubern von einer Alm.

In fünf bayerischen Landkreisen gilt mittlerweile der Katastrophenfall. Mehr als 2200 Helfer und Einsatzkräfte waren im südlichen Oberbayern im Einsatz. Die Bundeswehr schickte 350 Soldaten in die tief verschneiten Landkreise. Sie befreiten Dächer von den schweren Schneemassen, versorgten Bewohner in schwer zugänglichen Orten und transportierten Helfer mit gepanzerten Kettenfahrzeugen.

Von Samstagabend bis Montagabend soll es auch in den sächsischen Mittelgebirgen schneien, vor allem aber wieder im Alpenraum und im Bayerischen Wald - und in niedrigeren Lagen regnen. Dies könnte die Lage dramatisch verschärfen und den Schnee auf einsturzgefährdeten Dächern noch schwerer machen.

Einsatzkräfte notfalls aufstocken

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) liess zusichern, dass die Zahl der Einsatzkräfte notfalls aufgestockt werden könne. Sie drückte ausserdem ihre Trauer über den Tod eines neunjährigen Jungen aus, der am Donnerstag bei München von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde.

Viele Turnhallen in Südbayern blieben wegen der schweren Schneemassen auf den Dächern gesperrt. Bei der Räumung hätten deren Dächer aber hohe Priorität, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Miesbach. Die Turnhallen müssten als mögliche Notunterkünfte - unter anderem für Bürger oder Rettungskräfte - freigehalten werden.

Zahlreiche Auto- und Lastwagenfahrer kamen in weiten Teilen Bayerns auf den Strassen ins Rutschen. Die Strasse nach Innsbruck war am Grenzübergang Mittenwald wegen akuter Lawinengefahr gesperrt. Pflegekräfte des Bayerischen Roten Kreuzes bekamen in den tief verschneiten Regionen Unterstützung von Landwirten: Mit Traktoren und Unimogs brachten Bauern die Pfleger zu alten und kranken Menschen.

Dringend benötigte Feuchtigkeit

In Franken freuten sich die Verantwortlichen in den Skigebieten über den Neuschnee auf den Pisten. Auch die bayerischen Landwirte waren froh. «Auf den Feldern und in den Wäldern wird die Feuchtigkeit wegen der starken Dürre im letzten Jahr dringend benötigt», sagte eine Sprecherin des Bayerischen Bauernverbands.

Die Schulstunden, die wegen des extremen Wetters ausfallen, müssen nach den Worten von Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) nicht nachgeholt werden. In etlichen Schulen fällt auch zu Beginn der neuen Woche der Unterricht aus.

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