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Schicksalstag für Friedensprozess: Kolumbianer wählen Präsidenten

Die Kolumbianer wählen am heutigen Sonntag den Nachfolger des scheidenden Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Juan Manuel Santos. Bei der Abstimmung geht es auch um die Zukunft des historischen Friedensabkommens mit der linken Guerillabewegung Farc.
Petro oder Duque: Die Kolumbianer müssen sich am heutigen Sonntag in einer Stichwahl für einen neuen Präsidenten ihres Landes entscheiden. (Bild: KEYSTONE/AP/RICARDO MAZALAN, FERNANDO VERGARA)

Petro oder Duque: Die Kolumbianer müssen sich am heutigen Sonntag in einer Stichwahl für einen neuen Präsidenten ihres Landes entscheiden. (Bild: KEYSTONE/AP/RICARDO MAZALAN, FERNANDO VERGARA)

(sda/dpa)

Mit dem Vertrag wurde vor rund eineinhalb Jahren ein Bürgerkrieg beigelegt, der in den Jahrzehnten davor mehr als 220'000 Menschen das Leben kostete und Millionen in die Flucht trieb.

Der Wahlfavorit Iván Duque von der rechtsgerichteten Partei Centro Democrático will das Abkommen in wesentlichen Punkten ändern und könnte die Ex-Rebellen damit zurück in den Untergrund treiben. Sein Konkurrent Gustavo Petro aus dem linken Lager hingegen will an dem Vertrag festhalten. Santos darf nicht noch einmal antreten.

Ziehsohn Uribes

Alles deutet auf einen Wahlsieg Duques hin. Der konservative Anwalt gilt als politischer Ziehsohn des rechten Ex-Präsidenten Álvaro Uribe. Ohne die Unterstützung seines prominenten Förderers wäre der bis vor kurzem recht unbekannte Politiker wohl nie als stärkster Kandidat aus der ersten Runde der Präsidentenwahl hervorgegangen.

Uribe gilt als der schärfste Kritiker des Friedensabkommens, das sein Nachfolger Juan Manuel Santos mit den Farc aushandelte. Bei einer Volksabstimmung fand der Vertrag keine Mehrheit. Uribes Zögling Duque verkündete damals, er wolle das Abkommen «in Stücke reissen». Zuletzt mässigte er seinen Diskurs etwas: Nun spricht Duque nur noch von Änderungen am Vertrag.

Der international bejubelte Friedensprozess ist in dem südamerikanischen Land äusserst umstritten. Nach dem Geschmack der Rechten hat der Staat den Rebellen zu viele Zugeständnisse gemacht, nach Ansicht der Linken erfüllt die Regierung ihre Zusagen an die Ex-Guerilleros nicht. Richtig zufrieden ist niemand.

Änderungen spürbar

Bei allen Problemen lassen sich die Fortschritte seit der Unterzeichnung des Friedensvertrags nicht von der Hand weisen. Weite Teile des Landes sind wieder frei zugänglich, zahlreiche Anti-Personen-Minen wurden entschärft, heftige militärische Auseinandersetzungen wie zu Zeiten des Bürgerkriegs gehören der Vergangenheit an.

Die Wahl am Sonntag wird wohl die friedlichste seit Jahrzehnten. Die kleinere Guerillaorganisation ELN hat eine vorübergehende Waffenruhe erklärt. Dennoch sollen 157'000 Soldaten und Polizisten im ganzen Land für Sicherheit sorgen. «Diese Wahlen finden in einem ruhigen Umfeld statt, das nicht vergleichbar ist mit der Situation in den vergangenen Jahrzehnten», sagte Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas.

Der künftige Präsident steht vor grossen Herausforderungen: Er muss die grosse Armut im Land bekämpfen, die Friedensverhandlungen mit den ELN-Rebellen zum Abschluss führen, ein Rezept gegen die sich ausbreitenden kriminellen Banden finden und dem Drogenhandel Einhalt gebieten.

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