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Rätselraten über Vorwürfe gegen Chinas festgenommenen Interpol-Chef

Nach der Festnahme des chinesischen Interpol-Chefs Meng Hongwei in China herrscht Rätselraten über die Vorwürfe gegen den Vizepolizeiminister. Es gibt Hinweise, dass er in Machtkämpfe verwickelt ist.
Nach der Festnahme des ersten chinesischen Interpol-Chefs Meng Hongwei wird über die Hintergründe spekuliert. (Bild: KEYSTONE/EPA INTERPOL/INTERPOL / HANDOUT)

Nach der Festnahme des ersten chinesischen Interpol-Chefs Meng Hongwei wird über die Hintergründe spekuliert. (Bild: KEYSTONE/EPA INTERPOL/INTERPOL / HANDOUT)

(sda/dpa)

In einer nur knappen Mitteilung des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit in Peking, die am Montag in den Staatsmedien verbreitet wurde, hiess es lediglich, dass er «unter Aufsicht» stehe und gegen ihn ermittelt werde. Er stehe unter dem Verdacht, gegen Gesetze verstossen zu haben.

Hinter einem solchen Vorgehen gegen hohe Regierungsvertreter stecken in China häufig Korruptionsvorwürfe, doch gab es auch Spekulationen, ob der 64-Jährige in Machtkämpfe hinter den Kulissen verwickelt gewesen sein könnte. Meng Hongwei hat Karriere im Polizeiministerium gemacht, als es noch unter der Führung des seither gestürzten und 2015 zu lebenslanger Haft verurteilten Sicherheitschefs Zhou Yongkang stand, der als Rivale von Staats- und Parteichef Xi Jinping galt. Der Präsident äusserte später den Verdacht einer Verschwörung.

Zwei Wochen in Schweigen gehüllt

Der erste Chinese an der Spitze der internationalen Polizeiorganisation war am 25. September bei einer Reise nach China verschwunden. Es dauerte fast zwei Wochen, bis die chinesischen Behörden erst nach einer Vermisstenanzeige seiner in Frankreich lebenden Familie am Sonntag seine Festnahme bestätigten. Interpol erhielt am gleichen Tag zudem eine Erklärung des Chinesen, in der dieser seinen sofortigen Rücktritt erklärte.

Das Vorgehen gegen den Vizepolizeiminister, der stark im internationalen Rampenlicht stand, ist höchst ungewöhnlich. Experten sahen einen Schlag für die Reputation Chinas und seine Bemühungen, durch eigene Vertreter in internationalen Organisationen eine grössere Führungsrolle weltweit zu übernehmen. So galt die Berufung Meng Hongweis an die Spitze von Interpol 2016 als Erfolg Chinas, sich mit seinem gewachsenen Gewicht auf der globalen Bühne durchzusetzen.

Emoji mit Messer

Die Personalie war international umstritten und hatte auch Menschenrechtler besorgt. Amnesty International warf China damals vor, schon lange zu versuchen, Interpol für die Fahndung nach chinesischen Dissidenten und Aktivisten zu benutzen. Es ist die wichtigste internationale Polizeiorganisation und hat ihren Sitz im französischen Lyon. Die 192 Mitgliedstaaten tauschen unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus.

Seine Frau hatte Meng Hongwei vergangene Woche bei den französischen Behörden als vermisst gemeldet, weil sie nichts von ihm gehört hatte, seit er nach China gereist war. Als letztes Lebenszeichen erhielt sie von ihm auf dem Handy nur ein Emoji mit einem Messer, was sie beunruhigte. Interpol teilte mit, dass Vizepräsident Kim Jong Yang aus Südkorea vorübergehend die Präsidentschaft übernehme. Die Generalversammlung soll im November einen Nachfolger wählen.

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