Proteste in Belarus: Lukaschenko entlässt Innenminister

Inmitten der politischen Krise in Belarus (Weissrussland) hat Staatschef Alexander Lukaschenko seinen Innenminister abgesetzt. Nachfolger von Juri Karajew wird der Polizeichef der Hauptstadt Minsk, Iwan Kubrakow.

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Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, nimmt an einem Treffen teil. Foto: Nikolai Petrov/POOL BelTa/AP/dpa

Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, nimmt an einem Treffen teil. Foto: Nikolai Petrov/POOL BelTa/AP/dpa

Keystone/POOL BelTa/AP/Nikolai Petrov
(sda/dpa)

Das teilte Lukaschenko am Donnerstag in Minsk der Staatsagentur Belta zufolge mit. Gründe für den überraschenden Wechsel an der Spitze des Innenministeriums nannte der 66-Jährige zunächst nicht.

In Belarus gibt es seit Wochen Proteste gegen Lukaschenko. Karajew hatte erst am Vortag ein härteres Durchgreifen der Sicherheitskräfte gegenüber Demonstranten angedroht.

Er wird den Angaben zufolge neuer Beauftragter des Präsidenten in der Region Grodno an der Grenze zum EU-Land Polen. Diese Posten wurden auch für Minsk und Brest an der Grenze zu Polen neu besetzt. In den drei Gebieten gehen besonders viele Demonstranten auf die Strasse.

Hintergrund ist die umstrittene Präsidentenwahl Anfang August. Der von Gegnern als «letzter Diktator Europas» bezeichnete Lukaschenko hatte sich mit mehr als 80 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Die Demokratiebewegung beansprucht den Sieg für die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja.

Seit den vergangenen Tagen kommt es punktuell zu Streiks im Land. Bei der vergangenen Massendemonstration am Sonntag in Minsk mit mehr als 100 000 Menschen hatten die Sicherheitskräfte Blend-, Rauch- und Lärmgranaten gegen die Menschenmenge eingesetzt. Lukaschenko hatte erst am Mittwoch gesagt, dass er den Befehl dafür gegeben habe.