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Pompeo berät mit saudischer Führung über Reaktion auf Angriffe

Nach dem Angriff auf wichtige Erdölanlagen in Saudi-Arabien will US-Aussenminister Mike Pompeo mit der saudischen Führung über eine Reaktion beraten. Dies teilte das US-Aussenministerium in Washington am Dienstag (Ortszeit) mit.
US-Aussenminister Mike Pompeo will am heutigen Mittwoch in Saudi-Arabien mit der Führung des Königreiches über die Eskalationen in Nahost sprechen. (Bild: KEYSTONE/AP/PABLO MARTINEZ MONSIVAIS)

US-Aussenminister Mike Pompeo will am heutigen Mittwoch in Saudi-Arabien mit der Führung des Königreiches über die Eskalationen in Nahost sprechen. (Bild: KEYSTONE/AP/PABLO MARTINEZ MONSIVAIS)

(sda/dpa)

Demnach werde Pompeo schon am heutigen Mittwoch in der Hafenstadt Dschidda mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman zusammenkommen. Pompeo werde dabei auch «Bemühungen koordinieren, der iranischen Aggression in der Region entgegenzuwirken». Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter der USA.

Die Huthi-Rebellen im Jemen hatten sich zu den Angriffen am vergangenen Samstag auf die Erdölanlagen im benachbarten Saudi-Arabien bekannt. Pompeo hatte dennoch den Iran direkt dafür verantwortlich gemacht. US-Präsident Donald Trump nahm nach den Angriffen ebenfalls den Iran als möglichen Verantwortlichen ins Visier. Der Iran wies jedoch jede Verantwortung für die Angriffe zurück. Die Angriffe hatten die Sorge vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten befeuert und den Erdölpreis in die Höhe getrieben.

Urheber unklar

US-Vizepräsident Mike Pence hatte am Dienstag ebenfalls gesagt, dass es danach aussehe, als sei der Iran Urheber der Angriffe gewesen. Die Geheimdienste überprüften entsprechende Hinweise. «Wir beraten mit unseren Verbündeten, und der Präsident wird in den kommenden Tagen die beste Vorgehensweise bestimmen.» Die USA wollten keinen Krieg, seien aber zur Verteidigung ihrer Interessen und ihrer Verbündeten bereit.

Das saudische Kabinett hatte am Dienstag nach Angaben der Agentur SPA gefordert, die Verantwortlichen für diese Aggressionen müssten zur Verantwortung gezogen und abgeschreckt werden. Das Land werde seinen Boden und seine lebenswichtigen Einrichtungen verteidigen. König Salman erklärte, die «feigen Angriffe» hätten nicht nur auf Erdölanlagen des Landes abgezielt, sondern auch auf die internationale Erdölversorgung. Sie bedrohten die Stabilität der Region. Jemens Huthi-Rebellen drohten dem Königreich jedoch mit neuen Angriffen.

Der Geschäftsführer des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco, Amin Nasser, teilte am Dienstag mit, dass die nach den Angriffen eingebrochene Erdölproduktion Ende des Monats wieder das frühere Niveau erreichen werde. Energieminister Abdulasis bin Salman sagte in Dschidda, die Hälfte der eingebrochenen Ölproduktion sei bereits wieder hergestellt.

Krieg als Problem

Am Samstag hatten mehrere Drohnenangriffe unter anderem die grösste Erdölraffinerie des Landes in Abkaik getroffen und die Produktionsmenge auf etwa die Hälfte des üblichen Volumens gesenkt. Im vergangenen Monat produzierte Saudi-Arabien nach Opec-Angaben rund 9,8 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag. Durch die Angriffe war die Produktion um 5,7 Millionen Barrel pro Tag eingebrochen.

Saudi-Arabien führt eine von den USA unterstützte Allianz arabischer Staaten an, die im Jemen seit Jahren gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpft. Die saudische Luftwaffe fliegt immer wieder Luftangriffe gegen die Huthis.

Der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif schrieb am Dienstag auf Twitter, die Amerikaner würden ihre Augen vor der Wahrheit verschliessen, wenn sie glaubten, dass die Jemeniten nach mehr als vier Jahren Kriegsverbrechen nicht zurückschlagen würden. Die einzige Lösung sei ein Ende des Krieges im Jemen.

Im Jemen tobt seit 2014 ein Bürgerkrieg. Die Huthis überrannten grosse Gebiete und vertrieben die international anerkannte Regierung aus der Hauptstadt Sanaa. Deren Rückhalt im Jemen ist nach Einschätzung von Beobachtern schwach. Wegen des Bürgerkriegs erlebt das Land nach Angaben der Uno die weltweit schwerste humanitäre Krise. Uno-Vermittler Martin Griffiths forderte eine schnelle Beilegung des Konflikts im Jemen. Die Angriffe auf die Erdölanlagen hätten die Dringlichkeit einer politischen Lösung gezeigt, schrieb er in der «New York Times».

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