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Papst spricht Vorgänger Paul VI. und ermordeten Erzbischof heilig

Vor zehntausenden Gläubigen aus aller Welt hat Papst Franziskus am Sonntag sieben katholische Selige heilig gesprochen - unter ihnen der frühere Papst Paul VI., der ermordete salvadorianische Erzbischof Óscar Romero und die deutsche Ordensfrau Maria Katharina Kasper.
Während der Heiligsprechung von Erzbischof Oscar Romero (l.), Paul VI. (M.) und eines weiteren Seligen prangen deren Grossporträts an der Fassade des Petersdoms. (Bild: KEYSTONE/EPA ANSA/GIUSEPPE LAMI)

Während der Heiligsprechung von Erzbischof Oscar Romero (l.), Paul VI. (M.) und eines weiteren Seligen prangen deren Grossporträts an der Fassade des Petersdoms. (Bild: KEYSTONE/EPA ANSA/GIUSEPPE LAMI)

(sda/dpa)

«Wir erklären und bestimmen Paul VI. und Óscar Arnulfo Romero Galdamez (...) zu Heiligen», sagte der Papst bei der Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom. Lauter Beifall antwortete ihm.

Reliquien der Heiligen wurden zum Altar gebracht, darunter ein Knochensplitter Romeros und ein Hemd, das Paul VI. 1970 bei einem Messerattentat am Flughafen von Manila getragen hatte. Franziskus selbst trug während der Zeremonie die blutbefleckte Gewandkordel, die Romero bei seiner Ermordung getragen hatte, sowie das Messgewand von Paul VI.

Die beiden Geistlichen liegen dem aus Argentinien stammenden Kirchenoberhaupt wegen ihres Einsatzes für soziale Gerechtigkeit und die Armen besonders am Herzen. Ihre Grossporträts prangten am Sonntag auf der Fassade des Petersdoms.

Über 60'000 Menschen nahmen nach Vatikan-Angaben an der Zeremonie teil. Zu ihnen gehörten auch die Präsidenten El Salvadors und Chiles, Salvador Sánchez Cerén und Sebastián Piñera, sowie die spanische Königin Sofía teil - zu den neuen Heiligen zählt auch eine spanische Nonne.

Benedikt XVI. dagegen blieb der Zeremonie fern, doch hatte Papst Franziskus seinem 91-jährigen Vorgänger an dessen Alterssitz in den vatikanischen Gärten zuvor einen Besuch abgestattet.

Gegen soziale Ungerechtigkeit

Óscar Romero war vatikanintern lange heftig umstritten. Konservativen Kreisen stiess übel auf, dass sich der Befreiungstheologe und Erzbischof von San Salvador für besitzlose Bauern einsetzte und gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfte.

1980 wurde Romero während einer Messe zu Beginn eines blutigen Bürgerkriegs ermordet. Trotz des Widerstands der konservativen Kleriker im Vatikan sprach Franziskus den Erzbischof 2015 als Märtyrer selig.

Schon in der Nacht zum Sonntag hatten hunderte Salvadorianer in der Hauptstadt die bevorstehende Heiligsprechung Romeros gefeiert. Sie versammelten sich vor seinem Grab in der Krypta der Kathedrale sowie vor der Kapelle des Spitals La Divina Providencia, in der Romero von einem rechtsextremen Kommando ermordet wurde. Viele erinnerten daran, dass der Erzbischof vor seinem Tod Morddrohungen erhalten hatte.

Umstrittener Papst

Papst Paul VI., dessen bürgerlicher Name Giovanni Battista Montini lautete, stand von 1963 bis zu seinem Tod 1978 an der Spitze der katholischen Kirche. Wegen seines Verbots der Antibabypille ist er bis heute umstritten. In seine Amtszeit fiel aber auch der Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils, das wichtige Reformen in der Kirche anstiess.

Paul VI. war zudem das erste katholische Kirchenoberhaupt, das - ähnlich wie Franziskus heute - den Prunk des Papsttums ablehnte. Als erster Papst hielt er wöchentliche Generalaudienzen auf dem Petersplatz ab und bereiste alle Kontinente, um mit den Gläubigen in Kontakt zu kommen.

Die deutsche Nonne Kasper (1820-1898) stammte aus Dernbach im Westerwald und gründete die Kongregation der «Armen Dienstmägde Jesu Christi», die sich um Alte und Kranke kümmert. 1978 wurde sie von Papst Paul VI. seliggesprochen.

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