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Paare legen nach Zusammenziehen an Gewicht zu - unabhängig von Ehe

Paare werden nach dem Zusammenziehen dicker - unabhängig von einer Heirat. So nehmen Paare nach dem Zusammenziehen etwa doppelt so viel zu wie Paare in den ersten vier Ehejahren, wie das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB) in Berlin berichtete.
Nicht mehr allein zu frühstücken, hat seinen Preis: Die Kurven werden markanter (Symbolbild). (Bild: KEYSTONE/AP/Franklin Reyes)

Nicht mehr allein zu frühstücken, hat seinen Preis: Die Kurven werden markanter (Symbolbild). (Bild: KEYSTONE/AP/Franklin Reyes)

(sda/afp)

Dieser Effekt bleibt auch bestehen, wenn Einflüsse wie Alter, Kinderkriegen, Sport, Rauchen, Gesundheitszustand oder Stress herausgerechnet werden, hiess es am Montag weiter. Für die Forscher ist dies Beleg dafür, dass die Gewichtszunahme vor allem mit der Beziehungsveränderung zusammenhängt.

«Eine Änderung des Beziehungsstatus bedeutet oft auch eine Änderung der alltäglichen Essgewohnheiten - zum Beispiel gemeinsames Frühstücken, das allein vielleicht nicht stattgefunden hätte oder bescheidener ausgefallen wäre», erklärte Ralph Hertwig, Direktor am Max-Planck-Institut und Co-Autor der Studie. In Gesellschaft isst der Mensch in der Regel mehr und nimmt somit mehr Kalorien zu sich.

Trennen sich Paare, sinkt der Body-Mass-Index (BMI), der das Körpergewicht eines Menschen ins Verhältnis zu seiner Körpergrösse setzt, bei Frauen und Männern hingegen wieder weitestgehend auf den Wert vor dem Zusammenziehen. Das deckt sich mit der so genannten Heiratsmarkthypothese, wonach Menschen auf Partnersuche sich um ein niedrigeres Körpergewicht bemühen, um ihre Attraktivität zu steigern.

Trotzdem älter und gesünder als Singles

Dass Paare in der Regel gesünder und länger als Singles leben, war bereits bekannt, ebenso wie die Tatsache, dass sie im Durchschnitt auch mehr wiegen als Alleinlebende. Unklar war bisher, wie sich Veränderungen von Beziehungen auf das Körpergewicht auswirken und wann Paare am meisten zunehmen.

Dafür werteten die MPI-Forscher gemeinsam mit Experten der Universitäten Mannheim und Leipzig sowie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Daten von 20'000 Menschen über einen Zeitraum von 16 Jahren aus.

Wie die Untersuchung überraschenderweise auch zeigt, nehmen Männer und Frauen bei Scheidungen, die auf Trennungen folgen, allerdings am meisten zu. Als mögliche Erklärung dafür geben die Forscher an, dass viele Menschen - vor allem Männer - bei der späteren Scheidung wieder in einer neuen Beziehung sind.

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