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Nach Gruevskis Flucht: Skopje nimmt ehemalige hohe Amtsträger fest

Nach der überraschenden Flucht des mazedonischen Ex-Regierungschefs Nikola Gruevski ins EU-Land Ungarn haben die Behörden in Skopje zwei Mitglieder seiner damaligen Führung festgenommen.
Nach der überraschenden Flucht des mazedonischen Ex-Regierungschefs Nikola Gruevski nach Ungarn haben die Behörden in Skopje zwei Mitglieder seiner damaligen Führung festgenommen, die offenbar ebenfalls ihre Flucht ins Ausland geplant haben sollen. (Bild: KEYSTONE/AP/BORIS GRDANOSKI)

Nach der überraschenden Flucht des mazedonischen Ex-Regierungschefs Nikola Gruevski nach Ungarn haben die Behörden in Skopje zwei Mitglieder seiner damaligen Führung festgenommen, die offenbar ebenfalls ihre Flucht ins Ausland geplant haben sollen. (Bild: KEYSTONE/AP/BORIS GRDANOSKI)

(sda/dpa)

Der ehemalige Verkehrsminister Mile Janakieski und der Generalsekretär der damaligen Regierungspartei VMRO-DPMNE, Kiril Bozinovski, hätten ähnlich wie Gruevski ihre Flucht ins Ausland geplant, zitierte der Fernsehsender Telma TV am Mittwoch die zuständige Sonderstaatsanwaltschaft.

Asylantrag in Ungarn

Gruevski, der zu Wochenbeginn eine zweijährige Gefängnisstrafe wegen Amtsmissbrauchs hätte antreten sollen, hatte sich am Dienstag über Facebook aus Budapest gemeldet. Er habe in Mazedonien Morddrohungen erhalten und bitte nun in Ungarn um politisches Asyl, teilte er mit. Das Amt des rechts-nationalen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban bestätigte am Mittwoch, dass Gruevski in Ungarn Asyl beantragt hat.

«Wir wollen uns in keiner Weise in die inneren Angelegenheiten souveräner Länder einmischen, und wir betrachten die Beurteilung des Asylgesuchs des ehemaligen mazedonischen Ministerpräsidenten als eine rein juristische Angelegenheit», hiess es in der Erkärung aus Budapest. Mazedonien hatte bereits am Dienstag die Auslieferung Gruevskis gefordert.

Ohne Reisepass eingereist

Während seiner von 2006 bis 2016 währenden, zunehmend autoritären Herrschaft pflegte Gruevski äusserst freundschaftliche Beziehungen zu Orban. Da er wegen der gegen ihn angelaufenen Strafprozesse keinen Reisepass mehr hat, hätte Gruevski nicht auf legale Weise in Ungarn einreisen können, sagen Oppositionspolitiker in Budapest.

«Irgendjemand hat da wohl, einer eigenmächtigen oder ungesetzlichen Weisung von oben folgend, einen Amtsmissbrauch begangen», sagte der stellvertretende Fraktionschef der sozialistischen MSZP, Tamas Harangozo, dem Nachrichtenportal «starklikk.hu».

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