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Mindestens neun Tote bei Zugunglück in türkischer Hauptstadt Ankara

Bei einem schweren Zugunglück am Rand der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens neun Menschen getötet worden. 86 weitere Menschen wurden verletzt.
Die ineinander geschachtelten Wagen der verunglückten Zugskomposition in Ankara. (Bild: KEYSTONE/EPA/STRINGER)

Die ineinander geschachtelten Wagen der verunglückten Zugskomposition in Ankara. (Bild: KEYSTONE/EPA/STRINGER)

(sda/dpa)

Transportminister Mehmet Cahit Turhan sagte am Donnerstag, dass bei der Kollision eines Hochgeschwindigkeitszuges mit einer Wartungslokomotive auch drei Lokführer ums Leben gekommen seien - einer der Zugführer aus der Lokomotive sowie zwei Lokführer aus dem Schnellzug. Zuvor war von 7 Toten und 46 Verletzten die Rede gewesen.

Mittlerweile seien alle Menschen aus den Trümmern geborgen, sagte Turhan. Fernsehreportern zufolge gehen die Aufräumarbeiten aber weiter. Auch Spürhunde seien noch im Einsatz. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, insgesamt seien 206 Menschen an Bord gewesen.

Die Kollision geschah gegen 6.30 Uhr Ortszeit nahe der leicht verschneiten Station Marsandiz. Der Hochgeschwindigkeitszug, der zwischen den Städten Ankara und Konya verkehrte, stiess mit einer Lokomotive zusammen, die laut Behörden auf demselben Gleis wie der Schnellzug für eine Kontrollfahrt unterwegs war.

Überführung fiel auf Waggons

Die Nachrichtenagentur DHA meldete, der Zug sei vor der Kollision mit einer Geschwindigkeit von rund 90 Kilometern pro Stunde gefahren. Teile des Zuges krachten nach der Kollision in eine Überführung. Die Konstruktion, die offenbar aus Metall bestand, brach teilweise auf zwei der Waggons herunter.

Bilder zeigten die beiden betroffenen Wagen umgestürzt zwischen zerrissenem und verbogenem Metall liegend, einer davon quer zu den Gleisen. Nicht weit entfernt war die ebenfalls vom Gleis abgekommene schwere Zugmaschine zu sehen. Marsandiz ist keine belebte Grossstadt-Station. Der Zug hat dort auch nicht gehalten. Ersten Informationen zufolge liegt dort unter anderem eine Anlage zur Wartung von Zügen.

Warum gleichzeitig zwei Züge auf demselben Gleis fahren durften, konnten die Behörden noch nicht beantworten. Anadolu zufolge hat die Staatsanwaltschaft in Ankara eine Untersuchung eingeleitet.

Zugunglücke sind in der Türkei keine Seltenheit. Erst im Juli waren bei einem schweren Unfall in der Nordwesttürkei mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt in Spitäler gebracht. Der Zug mit 362 Reisenden an Bord war entgleist, nachdem Regenfälle das Gleisbett weggespült hatten.

Die Türkei will Medienberichten zufolge ihr Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz modernisieren.

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