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Mindestens neun Tote bei IS-Angriff auf Innenministerium in Kabul

Bei einem Angriff auf das Innenministerium in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind alle acht Attentäter und ein Polizist getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich, lieferte aber keine weiteren Details.
Afghanische Sicherheitskräfte erreichen den Ort des Angriffs: Bei Kämpfen vor dem Innenministerium in Kabul wurde alle Attentäter getötet. (Bild: KEYSTONE/AP/RAHMAT GUL)

Afghanische Sicherheitskräfte erreichen den Ort des Angriffs: Bei Kämpfen vor dem Innenministerium in Kabul wurde alle Attentäter getötet. (Bild: KEYSTONE/AP/RAHMAT GUL)

(sda/dpa)

Ein Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, wies Berichte zurück, wonach es die Kämpfer auf das Gelände geschafft hätten. Die Gefechte hätten sich an einem Tor abgespielt. Im Ministerium arbeiten Hunderte Menschen.

Der Angriff im Stadtzentrum nahe dem internationalen Flughafen dauerte am Mittag Ortszeit knapp zwei Stunden. Wie Ministeriumssprecher Danisch in einer landesweit übertragenen Medienkonferenz sagte, wurden sieben der Attentäter von Sicherheitskräften erschossen.

Einer habe sich in die Luft gesprengt. Ausserdem seien mehrere Polizisten verletzt worden. Mitarbeiter kamen angeblich nicht zu Schaden.

Der Sprecher der für den nahegelegenen Flughafen zuständigen Grenzpolizei, Mohammed Adschmal Faisi, sagte, dass der Flugbetrieb während des Angriffs unterbrochen gewesen sei. Sicherheitskräfte hatten Medienberichten zufolge in der Nacht nahe dem Flughafen Waffen sichergestellt. Sie hatten deshalb einen bevorstehenden Angriff auf den Flughafen vermutet.

Taliban erobern Provinzhauptstadt

Es war der zehnte schwere Anschlag in Kabul in diesem Jahr mit nun insgesamt knapp 300 Toten und knapp 500 Verletzten. Sowohl die Taliban als auch der IS hatten sich zu Angriffen bekannt. Erst vergangene Woche hatten die Taliban die Zivilbevölkerung gewarnt, sich nicht in der Nähe von Regierungs- oder Militäreinrichtungen aufzuhalten, weil sie weitere Anschläge planten.

Zeitgleich mit dem Angriff auf das Ministerium in Kabul eroberten Taliban in der nordafghanischen Provinz Tachar einen strategisch wichtigen Bezirk. Das Zentrum von Dascht-e Kala sei "nach fünfstündigen Gefechten" gefallen, sagten örtliche Quellen. Alle Regierungsgebäude seien in ihrer Gewalt. Im Polizeihauptquartier hätten die Islamisten Feuer gelegt.

Der Bezirk Dascht-e Kala ist ein Haupteinfallstor für die Provinzhauptstadt von Tachar, Talokan. Mit der Einnahme des Bezirks sollen ausserdem Strassen in vier weitere Bezirke nun versperrt sein.

Taliban im Vormarsch

Die Taliban greifen seit Monaten immer wieder Bezirkszentren an und weiten so ihr Herrschaftsgebiet langsam aus. Vor zwei Wochen hatten sie sogar kurzzeitig die Provinzhauptstadt von Farah in Westafghanistan eingenommen. Sie kontrollieren heute nach Militärangaben wieder mindestens ein Siebtel des Landes.

Bei Angriffen der Taliban im südafghanischen Kandahar und im ostafghanischen Logar waren bereits am Mittwochmorgen mindestens zehn Sicherheitskräfte und Zivilisten ums Leben gekommen.

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