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Tsunami-Katastrophe in Indonesien: Zahl der Toten steigt auf 373 +++ Kettenreaktion führte zu Flutwelle

Zwei Tage nach der Tsunami-Katastrophe in Indonesien ist die Zahl der Toten auf mindestens 373 gestiegen. Wie der indonesische Katastrophenschutz am Montag weiter mitteilte, wurden ausserdem über 1400 Menschen verletzt. 128 Menschen würden noch vermisst
Die Schäden der Tsunami-Katatrophe sind enorm. Bild: Adi Weda / EPADie Schäden der Tsunami-Katatrophe sind enorm. Bild: Adi Weda / EPA
Dieses Haus stürzte wie ein Kartonhaus in sich zusammen. Bild: Fauzy Chaniago / AP)Dieses Haus stürzte wie ein Kartonhaus in sich zusammen. Bild: Fauzy Chaniago / AP)
Ein Opfer der Tsunami-Katastrophe wird von Soldaten weggetragen. (Bild: Ariesto Ishak/AP (Carita, 23. Dezember 2018))Ein Opfer der Tsunami-Katastrophe wird von Soldaten weggetragen. (Bild: Ariesto Ishak/AP (Carita, 23. Dezember 2018))
Ein Mann, der gerade einen Angehörigen identifiziert hat. (Bild: Fauzy Chaniago/AP (Carita, 23. Dezember 2018)Ein Mann, der gerade einen Angehörigen identifiziert hat. (Bild: Fauzy Chaniago/AP (Carita, 23. Dezember 2018)
Menschen suchen vor einem Spital in Carita nach Verwandten unter den Opfern. (Bild: Achmad Ibrahim/AP (Carita, 23. Dezember 2018))Menschen suchen vor einem Spital in Carita nach Verwandten unter den Opfern. (Bild: Achmad Ibrahim/AP (Carita, 23. Dezember 2018))
Suche nach Angehörigen unter den Opfern. (Bild: Fauzy Chaniago/AP (Carita, 23. Dezember 2018))Suche nach Angehörigen unter den Opfern. (Bild: Fauzy Chaniago/AP (Carita, 23. Dezember 2018))
Zerstörte Autos und Häuser. (Bild: Achmad Ibrahim/AP (Carita, 23. Dezember 2018))Zerstörte Autos und Häuser. (Bild: Achmad Ibrahim/AP (Carita, 23. Dezember 2018))
(Bild: Fauzy Chaniago/AP (Carita, 23. Dezember 2018))(Bild: Fauzy Chaniago/AP (Carita, 23. Dezember 2018))
Ein Mann hält ein Kind, dass bei der Tsunami-Katastrophe ums Leben gekommen ist. (Bild: Fauzy Chaniago/AP (Carita, 23. Dezember 2018))Ein Mann hält ein Kind, dass bei der Tsunami-Katastrophe ums Leben gekommen ist. (Bild: Fauzy Chaniago/AP (Carita, 23. Dezember 2018))
Einwohner in Carita nach dem Tsunami. (Bild: Achmad Ibrahim/AP (Carita, 23. Dezember 2018))Einwohner in Carita nach dem Tsunami. (Bild: Achmad Ibrahim/AP (Carita, 23. Dezember 2018))
(Bild: KEYSTONE/EPA/ADI WEDA)(Bild: KEYSTONE/EPA/ADI WEDA)
Als möglichen Grund für den Tsunami nennen Experten einen Ausbruch des Fulkans Anak Krakatau. (Bild: KEYSTONE/EPA/GHAZALI)Als möglichen Grund für den Tsunami nennen Experten einen Ausbruch des Fulkans Anak Krakatau. (Bild: KEYSTONE/EPA/GHAZALI)
Auto umgestossen: Der Tsunami zerstörte in Anyer in Indonesien ganze Strassenzüge. (Bild: KEYSTONE/EPA BNPB/BNPB / HANDOUT)Auto umgestossen: Der Tsunami zerstörte in Anyer in Indonesien ganze Strassenzüge. (Bild: KEYSTONE/EPA BNPB/BNPB / HANDOUT)
Von gewissen Häusern blieben nach der Flugwelle nur noch Trümmer übrig. (Bild: KEYSTONE/EPA BNPB/BNPB / HANDOUT)Von gewissen Häusern blieben nach der Flugwelle nur noch Trümmer übrig. (Bild: KEYSTONE/EPA BNPB/BNPB / HANDOUT)
Bis zu 20 Meter hohe Wellen: Bewohner vor ihren vom Tsunami zerstörten Häusern in Carita in Indonesien. (Bild: KEYSTONE/AP/DIAN TRIYULI HANDOKO)Bis zu 20 Meter hohe Wellen: Bewohner vor ihren vom Tsunami zerstörten Häusern in Carita in Indonesien. (Bild: KEYSTONE/AP/DIAN TRIYULI HANDOKO)
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Mindestens 222 Tote bei Tsunami-Katastrophe in Indonesien

(sda/reu/afp/dpa)

Die Flutwellen hatten am Samstagabend (Ortszeit) Küstengebiete zu beiden Seiten der als Sundastrasse bekannten Meerenge zwischen den Inseln Sumatra und Java erfasst. Die Opferzahl dürfte weiter ansteigen, es galten 57 Menschen als vermisst, sagte Sutopo Purwo Nugroho, Sprecher der Katastrophenschutzbehörde. Knapp 11'700 Menschen wurden durch die Katastrophe obdachlos. Die Flutwarnung wurde um einen Tag bis Mittwoch verlängert.

Rettungskräfte waren bei regnerischem Wetter mit schwerem Gerät im Einsatz, um in den betroffenen Gebieten Trümmer zu entfernen. Der indonesische Präsident Joko Widodo wurde am Montag in der Unglücksregion erwartet.

Lokale Caritas-Organisationen arbeiten eng mit der nationalen Katastrophenschutzbehörde zusammenarbeiten, und leisten mit ihren Teams vor Ort Nothilfe. Bis am Montag verteilten sie 1700 Lebensmittelrationen und stellten Fahrzeuge zur Verfügung. Die Menschen benötigen zurzeit vor allem Lebensmittel medizinische Hilfe und Notunterkünfte wie Zelte, teilte Caritas Schweiz mit.

Die Flutwellen waren am späten Samstagabend (Ortszeit) nach einem Vulkanausbruch ohne Vorwarnung über Küstenregionen und Touristenstrände an der Meerenge von Sunda hereingebrochen. Sie trafen im Süden Sumatras und im Westen Javas an Land, ohne dass die Menschen dort vorab gewarnt worden wären, wie ein Behördensprecher sagte.

Fernsehsender zeigten Bilder einer Welle, die eine ineinander verkeilte Masse von Metalldächern, Holz, Schutt und sonstigem Treibgut vom beliebten Carita Strand ins Hinterland drückte. Andernorts entwurzelte der Tsunami Bäume und hinterliess eine Spur aus Trümmern.

Ein dramatisches, in den sozialen Medien veröffentlichtes Video zeigte eine Wasserwand, die in ein Konzert der Popband Seventeen krachte, die Band von der Bühne schleuderte und sich ins Publikum ergoss. Frontmann Riefian Fajarsyah schrieb auf Instagram, dass der Bassist und der Road Manager der Band getötet worden seien und seine Frau vermisst werde.

Keine Alarmzeichen

Ausgelöst wurden die Wellen durch einen unterseeischen Erdrutsch nach einer Vulkaneruption auf der kleinen Insel Anak Krakatoa zwischen Java und Sumatra, wie Nugroho in Yogyakarta mitteilte. Der Fluteffekt sei durch den Vollmond noch verstärkt worden.

Es habe keine Alarmzeichen wie etwa ein Erdbeben gegeben, sagte der Sprecher. Auch sei die Eruption des Anak Krakatau nicht besonders gross gewesen. Es habe keine «signifikanten» seismischen Erschütterungen gegeben, die auf einen Tsunami hingedeutet hätten.

Nugroho empfahl den Menschen in der betroffenen Gegend, sich weiterhin von der Küste fernzuhalten, da die Möglichkeit weiterer Eruptionen und somit eines weiteren Tsunamis bestehe.

Tsunamis entstehen zumeist durch Beben unter dem Meeresboden. Als Folge eines Vulkanausbruchs seien sie selten, sagte der Sprecher. Tsunami-Experte David Rothery von der Open University erklärte, dass die Nähe des Vulkans zur Küste den Behörden nur sehr wenig Zeit zum Reagieren gelassen habe.

Keine Hinweise auf Schweizer Opfer

Fotograf Oystein Andersen wurde vom Tsunami überrascht, als er gerade Bilder von Anak Krakatoa machte. «Plötzlich sah ich eine grosse Welle», schrieb er auf Facebook. «Ich musste rennen.»

Augenzeuge Asep Perangkat beschrieb, wie Autos und Container vom Wasser mitgerissen wurden. Besonders schwer war der Regierungsbezirk Pandeglang an der Westspitze Javas betroffen. Hier starben mindestens 164 Menschen, aus zwei Hotels wurden zahlreiche Opfer geborgen.

Hinweise auf Schweizer Staatsbürger unter den Opfern gibt es laut dem Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten vorerst nicht. Die Schweizer Vertretung in Jakarta stehe im Kontakt mit den zuständigen indonesischen Behörden. Abklärungen seien im Gang.

Hilfsorganisationen begannen umgehend mit der Einrichtung von Soforthilfeprogrammen für die betroffenen Gebiete. Kathy Mueller von den Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sagte, die Organisation bereite sich zudem auf die mögliche Ausbreitung von Krankheiten vor.

Mehrfach von Tsunamis getroffen

Der Inselstaat Indonesien wird immer wieder von katastrophalen Tsunami-Flutwellen heimgesucht. Diese entstehen in der Regel durch Erdbeben unter dem Meeresboden. Dass sie durch Vulkanausbrüche und Erdrutsche ausgelöst werden, ist eher selten.

Bei einem schweren Beben und einem anschliessenden Tsunami kamen erst Ende September auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 2000 Menschen ums Leben.

Besonders verheerend war der Tsunami Weihnachten 2004: Damals starben in den Anrainerstaaten um den Indischen Ozean rund 220'000 Menschen, allein 168'000 davon in Indonesien. Ausgelöst worden war diese Katastrophe durch ein Seebeben der Stärke 9,1 vor der Küste von Sumatra.

Kettenreaktion führte zum Tsunami in Indonesien

Der Tsunami ist nach Angaben des Geoforschungszentrums (GFZ) im deutschen Potsdam infolge einer Kettenreaktion entstanden. Demnach erschütterte am Samstagabend zuerst ein Beben der Stärke 5,1 in etwa einem Kilometer Tiefe die als Sundastrasse bekannte Meerenge.

Etwa zeitgleich sei ausserdem der Vulkan Anak Krakatau ausgebrochen, sagte der GFZ-Experte Jörn Lauterjung am Sonntag der Nachrichtenagentur DPA. Noch sei unklar, ob der Vulkanausbruch oder das Beben dann einen Erdrutsch ausgelöst habe. Dieser Landrutsch wiederum sei vermutlich die Ursache des Tsunamis gewesen.

Das Tsunami-Frühwarnsystem löste keinen Alarm aus. Darauf sei es auch nicht ausgelegt, sagte Lauterjung. 90 Prozent der Tsunamis entstünden durch starke Erdbeben, daher löse das System erst ab einer Stärke von 6,5 bis 7 Alarm aus. Diese Stärke habe das Erdbeben vom Samstag nicht erreicht.

Die Höhe der Flutwelle wurde demnach an vier Messstellen erfasst. An dreien davon sei die Flutwelle 35 Zentimeter, an der vierten etwa 90 Zentimeter hoch gewesen, führte Lauterjung aus. Je nach Beschaffenheit des Meeresbodens könne die Welle aber an manchen Orten auch deutlich höher gewesen sein, betonte der Experte.

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