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Messerattacke auf Präsidentschaftskandidaten erschüttert Brasilien

Im Wahlkampf in Brasilien hat ein Messerattentäter den ultrarechten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro schwer verletzt. Der 63-Jährige musste sich noch am Donnerstag einer Notoperation unterziehen, war nach Angaben der Ärzte anschliessend aber stabil.
Kerzen für den ultrarechten brasilianischen Präsidentschaftskandidaten, Jair Bolsonaro, der bei einer Wahlkampfveranstaltung von einem Messerattentäter schwer verletzt wurde. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/FERNANDO BIZERRA)

Kerzen für den ultrarechten brasilianischen Präsidentschaftskandidaten, Jair Bolsonaro, der bei einer Wahlkampfveranstaltung von einem Messerattentäter schwer verletzt wurde. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/FERNANDO BIZERRA)

(sda/afp/dpa)

Fernsehbilder zeigten, wie Bolsonaro bei einem Wahlkampfauftritt in der Stadt Juiz de Fora im Bundesstaat Minas Gerais angegriffen wurde: Als der Ex-Offizier auf den Schultern von Anhängern durch die Menge getragen wird, sticht ein Mann ihm in den Bauch.

Bolsonaro habe «eine Bauchwunde durch einen scharfen Gegenstand erlitten», teilte das behandelnde Spital in Juiz de Fora mit. Er habe «drei schwere Einstiche in den inneren Organen». Dadurch seien innere Blutungen ausgelöst worden.

Der Sohn des Politikers, Flavio Bolsonaro, hatte zunächst angegeben, die Verletzung sei nur oberflächlich gewesen, seinem Vater gehe es gut. Später twitterte er: «Leider ist es schlimmer als wir dachten.» Sein Vater habe Verletzungen an Leber, Lunge und Darm erlitten und «viel Blut verloren».

Ein Sprecher der Militärpolizei sagte, ein 40-jähriger Mann sei festgenommen worden. Er habe laut Zeugen ein in Stoff gewickeltes Messer bei sich getragen. Beim Verdächtigen handele es sich um einen Aktivisten einer linksgerichteten Partei.

«Auf Anweisung Gottes»

Der mutmassliche Täter gab laut Polizei an, «auf Anweisung Gottes» gehandelt zu haben. Auf einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Polizeivideo sagte er: «Wer mich leitet, ist der Gott, dem ich diene.»

Auf seiner Facebook-Seite hatte der Verdächtige kürzlich Nachrichten veröffentlicht, in denen er Bolsonaro kritisierte und die sozialistische Regierung von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro unterstützte.

Pedro Augusto Lima Possa, der Anwalt des mutmasslichen Angreifers, sagte im Sender TV Globo, sein Mandant habe «aus religiösen und politischen Motiven gehandelt, und auch wegen der Vorurteile, die Bolsonaro jedes Mal zeigt, wenn er von Ethnien, Religion oder Frauen spricht».

Genesungswünsche von allen Seiten

Politiker aller Couleur verurteilten den Anschlag auf Bolsonaro. Brasiliens Präsident Michel Temer verurteilte den Angriff und wies seinen Sicherheitsminister Raul Jungmann an, die Sicherheit für Kandidaten zu verstärken und umfassend zu ermitteln. «Es ist nicht hinnehmbar, dass in einem demokratischen Staat ein normaler Wahlkampf nicht möglich ist», erklärte Temer.

Der linke Präsidentschaftskandidat Gomes sprach von «Barbarei» und der Präsidentschaftskandidat der Arbeiterpartei PT, Fernando Haddad schrieb auf Twitter: «Ich verurteile jede Gewalttat und wünsche Jair Bolsonaro gute Besserung.»

Die 2016 per Amtsenthebungsverfahren abgesetzte Präsidentin Dilma Rousseff ebenfalls von der Arbeiterpartei twitterte: «Ich bedauere sehr die Gewalt und das Geschehene. (...) Der Hass darf nicht gesät werden.»

«Donald Trump Brasiliens»

Der Rechtspopulist Bolsonaro wird häufig als «Donald Trump Brasiliens» bezeichnet und fällt immer wieder mit rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Äusserungen auf. Eines seiner Wahlkampfversprechen ist, das Tragen von Waffen zu erlauben.

Obwohl er seit langem dem Kongress angehört, stellt sich Bolsonaro öffentlich so dar, dass er nicht als Teil der von Korruptionsskandalen umwitterten politischen Elite wahrgenommen wird.

Der Rechtspopulist liegt in einer aktuellen Umfrage für die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 7. Oktober vorn. In der Befragung wurde allerdings nicht der inhaftierte Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva von der Arbeiterpartei berücksichtigt, der in den Umfragen der eigentliche Favorit ist.

Lula sitzt nach einer Verurteilung wegen Korruption und Geldwäsche im Gefängnis und darf nach jetzigem Stand nicht antreten. Am Donnerstag wurden zwei Einsprüche seiner Anwälte zurückgewiesen, mit denen er eine Zulassung seiner Kandidatur doch noch erreichen wollte. Der Rechtsstreit ist aber noch nicht abgeschlossen.

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