Macron und Trump bemühen sich an D-Day-Feier um Harmonie

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat beim Gedenken an den D-Day US-Präsident Donald Trump an seine historische Verantwortung erinnert. Am D-Day-Jahrestag bemühten sich beide ausdrücklich um ein Signal der Harmonie.

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dankt den Kriegsveteranen für ihren Einsatz. (Bild: KEYSTONE/EPA/THIBAULT VANDERMERSCH)
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an der Zeremonie mit US-Marines und französischen Soldaten in Colleville-Montgomery. (Bild: KEYSTONE/EPA/THIBAULT VANDERMERSCH)
US-Präsident Donald Trump (l.) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron führten in Caen bilaterale Gespräche. (Bild: KEYSTONE/AP POOL AFP/LUDOVIC MARIN)
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (r.) würdigt Philippe Kieffer, er war im zweiten Weltkrieg Kommandant der freifranzösischen Spezialeinheit. (Bild: KEYSTONE/AP/FRANCOIS MORI)
Habachtstellung vor hochbetagten Veteranen: US-Präsident Donald Trump vor der Zeremonie auf dem Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer. (Bild: KEYSTONE/AP/THIBAULT CAMUS)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dankt den Kriegsveteranen für ihren Einsatz. (Bild: KEYSTONE/EPA/THIBAULT VANDERMERSCH)

(sda/dpa)

«Amerika, lieber Präsident Trump, ist immer dann am grössten, wenn es für die Freiheit der anderen gekämpft hat», sagte der 41-Jährige am Donnerstag auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer bei Bayeux. Macrons Verhältnis zu Trump gilt als kühl - auch weil der unberechenbare US-Präsident sein Land aus internationalen Abkommen zurückgezogen hat.

Bei der Zeremonie zur Erinnerung an die Landung der Alliierten in der Normandie vor 75 Jahren würdigten Macron und Trump den Einsatz der D-Day-Kämpfer als heroischen Akt für die Freiheit.

An der Zeremonie in der Normandie nahmen rund 12'000 Besucher teil, mehr als 160 US-Veteranen waren auf der Tribüne vertreten. Für sie gab es mehrfach Applaus - Trump und Macron bedankten sich bei ihnen für ihren Einsatz. Auf dem Friedhof in Colleville gibt es 9380 amerikanische Soldatengräber.

Befreiung Europas

Die Soldaten der Alliierten waren vor genau 75 Jahren, am 6. Juni 1944, an den Stränden der Normandie gelandet. Der sogenannte D-Day markiert den Auftakt der Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Deutschland vom Westen her. Er steht aber auch für ein unmenschliches Blutvergiessen, Zehntausende Tote und Verwundete. Trump würdigte die Landung der alliierten Truppen in der Normandie als heldenhaften Einsatz für die Freiheit.

Trump und Macron wurden von ihren Ehefrauen Melania und Brigitte begleitet. Die beiden Paare schauten sich im Anschluss an die Zeremonie gemeinsam einen Kunstflug der Patrouille de France über dem Friedhof in unmittelbarer Nähe des US-Landebereiches Omaha Beach an. Die Kunstflieger zeichneten eine Trikolore in den Himmel.

Macron beschwor in seiner Rede auch die Verbundenheit Frankreichs mit den USA. «Es lebe die Freundschaft zwischen unseren beiden Nationen», sagte er. Er erinnerte in einer emotionalen Rede an die Opfer Zehntausender Soldaten, die damals in der Normandie an Land gegangen waren. «Wir wissen, was wir Euch Veteranen zu verdanken haben», sagte er auf Englisch. Er zeichnete fünf US-Veteranen mit dem Orden der Ehrenlegion aus.

«Unzerbrechliches Bündnis»

Trump legte Macron nach dessen Rede die Hand auf die Schulter - Macron tat es ihm gleich. An die Adresse der Nationen, die damals zusammen gegen die Nationalsozialisten kämpften, sagte Trump, das gemeinsame Bündnis sei in der Hitze des Kampfes geschmiedet, im Krieg geprüft worden und habe sich in den Segnungen des Friedens bewiesen.

Am Rande der Gedenkfeiern kamen Trump und Macron in Caen zu einem bilateralen Treffen zusammen. Macron würdigte vor dem Gespräch die «unzerbrechlichen Verbindungen» beider Nationen. Trump nannte sein Verhältnis zu Macron und die Beziehungen zwischen Frankreich und den USA «hervorragend». Auch die militärische Kooperation habe grosse Erfolge gebracht, etwa beim Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien.

Das Gespräch sei positiv und konstruktiv gewesen, hiess es im Anschluss aus Élyséekreisen. Die beiden hätten sich unter anderem über die Ukraine nach der Präsidentenwahl sowie die Lage in Libyen und in der Sahelzone ausgetauscht.

Trump und Macron mühten sich insgesamt, Gemeinsamkeiten statt Differenzen nach vorne zu stellen - etwa auch beim Thema Iran. Gemeinsames Ziel sei, dass Teheran keine Atomwaffen besitze, betonten sie. Über den richtigen Weg dahin sind sich die USA und die Europäer allerdings uneins. Die USA waren vor gut einem Jahr im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen - was in Europa viel Kritik auslöste.

Der D-Day-Zeremonie auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer waren diverse andere Feierlichkeiten vorausgegangen. Am Morgen hatte Macron mit der scheidenden britischen Premierministerin Theresa May den Grundstein für eine britische Gedenkstätte in der Normandie gelegt. Gemeinsam legten die beiden einen Kranz nieder und zeigten sich sichtlich gerührt bei der Gedenkzeremonie in Ver-sur-Mer.

Am Abend würdigte Macron den Einsatz einer französischen Spezialeinheit. Die 177 Männer des sogenannten Kommando Kieffer waren die einzigen französischen Soldaten, die vor 75 Jahren in der Normandie zusammen mit den anderen Alliierten gelandet waren.

Bereits am Mittwoch hatte es in der südenglischen Hafenstadt Portsmouth eine grosse D-Day-Gedenkveranstaltung gegeben - unter anderem mit Macron, Trump, May und Kanzlerin Angela Merkel.