Macron forciert Normalisierung in Frankreich nach Corona-Krise

Der französische Präsident Emmanuel Macron drückt beim Lockern der mit dem Coronavirus begründeten Beschränkungen aufs Tempo. So könnten Restaurants und Cafés im Grossraum Paris schon vom Montag an wieder komplett öffnen, kündigte der 42-Jährige am Sonntagabend an.

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Versucht, Zuversicht auszustrahlen: der französische Präsident Macron macht plötzlich Tempo bei der Lockerung der mit dem Coronavirus begründeten Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Das dürfte vor allem die Menschen in Paris freuen.

Versucht, Zuversicht auszustrahlen: der französische Präsident Macron macht plötzlich Tempo bei der Lockerung der mit dem Coronavirus begründeten Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Das dürfte vor allem die Menschen in Paris freuen.

KEYSTONE/EPA REUTERS POOL/STEPHANE MAHE / POOL
(sda/dpa)

Da die Hauptstadtregion besonders von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen ist, darf bisher nur auf Aussenterrassen von Lokalen gegessen und getrunken werden. Bisher wurde mit einer Normalisierung in der Gastronomie frühestens zum 22. Juni gerechnet.

«Von morgen an können wir das Kapitel der ersten Phase der Krise schliessen, die wir durchmachen», sagte der Staatschef am Sonntagabend in einer Fernsehansprache. Er rief gleichzeitig seine Landsleute zur Einheit auf, um den Wiederaufbau im Land zu meistern.

Seine Ansprache war die vierte seit Beginn der schweren Gesundheitskrise Mitte März. Frankreich ist mit über 29'000 Toten besonders stark von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffen. Laut der Industriestaatenorganisation OECD könnte die Wirtschaft 2020 im schlimmsten Fall um über 14 Prozent schrumpfen.

Viele Schulen sollten vom 22. Juni an wieder für alle Schüler öffnen, sagte Macron. In Frankreich beginnen in der Regel allerdings Anfang Juli die Sommerferien. Steuererhöhungen solle es nicht geben, um die Milliardenkosten der Krise zu bewältigen, sagte der Staatschef. Insgesamt kämpfe der Staat mit rund 500 Milliarden Euro gegen die Krise.

Macron wies darauf hin, dass von diesem Montag an Reisen in europäische Länder wieder möglich seien. Vom 1. Juli an könnten die Menschen in aussereuropäische Länder reisen, in denen die Coronavirus-Pandemie unter Kontrolle sei.