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Kunststoff-Helme der Schweizergarde aus 3D-Drucker gehoben

Die Schweizergarde bekommt neuartige Helme aus dem 3D-Drucker. Diese werden derzeit getrocknet und in den nächsten Tagen bemalt. Für den Papstbesuch vom Donnerstag müssen die Gardisten noch auf die alten Modelle zurückgreifen.
(sda/apa)

Dem Helm aus dem 3D-Drucker stand ein dreidimensionaler Scan der traditionellen frühbarocken Ausführung aus dem 16. Jahrhundert Modell. Anhand dieser Daten baute ein Spezialdrucker die Helmschale in einem Stück aus schlagzähem und witterungsbeständigem Kunststoff auf.

Schutz vor Schussverletzungen bietet der neue Helm ebenso wenig wie sein Vorgänger aus Stahlblech, wie Gardekommandant Graf bei der Vorstellung der Helme betont hatte. Allerdings werden die Helme auch nur bei Wach- und Ehrendiensten als Teil der historischen Uniform getragen.

Gefertigt wurden die Helme durch eine Stanser Firma für additive Fertigungstechnik. Gegenüber einem geschmiedeten Stück verkürzt sich die Herstellungsdauer von rund 100 auf 14 Stunden. Die Kosten für ein gedrucktes Exemplar liegen nach Gardeangaben bei 800 bis 900 Euro. Finanziert wurde eine erste Serie von 40 Helmen von privaten Sponsoren, hauptsächlich Einzelpersonen.

Initiative eines Stanser Bauingenieurs

Die Initiative zur Fertigung des traditionellen Helms mit innovativer Technik ging von dem Stanser Bauingenieur Peter Portmann aus. Er verwies bei der Präsentation des ersten Kunststoffexemplars auch auf den höheren Tragekomfort durch die Gewichteinsparung und bessere Hitzeeigenschaften. Bei den schwarzlackierten Metallhelmen hatten Gardisten an sonnenintensiven Tagen teils über Brandwunden geklagt.

Der sogenannte weisse Helm der Schweizergarde, der zusammen mit dem Brustpanzer hohen Anlässen vorbehalten ist, wird weiterhin von Grund auf aus Eisenblech gearbeitet. Erst vergangene Woche lieferte ein österreichischer Schmiedebetrieb vier solche Gala-Helme in den Vatikan; der Preis pro Stück beträgt laut Garde rund 5000 Euro.

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