Kot statt Spritze: Neuer Hormontest schont Mäuse

Eine nicht-invasive Methode zur Testosteronmessung aus dem Kot von Mäusen haben Wissenschaftler der Veterinärmedizinischen Universität Wien entwickelt.

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Eine Sorge weniger: Die Labormaus braucht sich jetzt dank Wiener Forschern kein Blut mehr abzapfen lassen zwecks Messung des Testosterons. Ein Stuhlgang reicht.

Eine Sorge weniger: Die Labormaus braucht sich jetzt dank Wiener Forschern kein Blut mehr abzapfen lassen zwecks Messung des Testosterons. Ein Stuhlgang reicht.

Keystone/STR
(sda/apa)

Wo bisher den Tieren Blut abgenommen werden musste, kann nun der Testosteronspiegel sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Tieren aus den Exkrementen bestimmt werden, berichteten die Forscher im Fachjournal «Animals».

Testosteron ist das wichtigste Fortpflanzungshormon bei männlichen Wirbeltieren. Bisher gab es allerdings keine zuverlässige Methode, aus Stoffwechselprodukten (Metaboliten) im Kot auf den Testosteronspiegel rückzuschliessen. Denn die Ausscheidung von Hormonmetaboliten unterscheidet sich zwischen den Arten und manchmal sogar zwischen den Geschlechtern erheblich, hiess es am Freitag in einer Mitteilung der Vetmeduni.

Das Forscherteam unter Leitung von Kerstin Auer vom Institut für Labortierkunde hat nun ein Verfahren zur zuverlässigen Messung von Testosteronmetaboliten bei männlichen und weiblichen Mäusen in deren Kot entwickelt. Das ermögliche nun die einfache Untersuchung des Zusammenhangs von Testosteron und Verhalten und könne auch in verschiedenen anderen Forschungsbereichen wie Fortpflanzung, Biomedizin und Tierschutz eingesetzt werden, betonten die Forscher.

*Fachartikellink https://doi.org/10.3390/ani10010165