Korruptionsvorwürfe: Früherer Öl-Manager nach Mexiko ausgeliefert

Der ehemalige Chef des staatlichen mexikanischen Ölkonzerns Pemex ist wegen Korruptionsvorwürfen von Spanien an sein Heimatland ausgeliefert worden.

Drucken
Teilen
Ein Geländewagen führt eine Karawane mit Emilio Lozoya, Ex-Chef des staatlichen mexikanischen Ölkonzerns Pemex, an, die vom internationalen Flughafen Benito Suarez in Mexiko-Stadt abfährt. Foto: Marco Ugarte/AP/dpa

Ein Geländewagen führt eine Karawane mit Emilio Lozoya, Ex-Chef des staatlichen mexikanischen Ölkonzerns Pemex, an, die vom internationalen Flughafen Benito Suarez in Mexiko-Stadt abfährt. Foto: Marco Ugarte/AP/dpa

Keystone/AP/Marco Ugarte
(sda/dpa)

Emilio Lozoya traf am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) in Mexiko-Stadt ein und wurde in ein Gefängnis im Norden der mexikanischen Hauptstadt gebracht, wie im Fernsehsender Milenio TV zu sehen war. Der frühere Öl-Manager hatte zuvor erklärt, mit den mexikanischen Behörden bei der Aufklärung seines Falls kooperieren zu wollen.

Nach monatelanger Flucht war Lozoya im Februar in Spanien gefasst worden. Bei der Fahndung nach dem früheren Pemex-Chef in Europa hatte nach Angaben der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft auch die deutsche Polizei geholfen. Der 45-Jährige ist mit einer Deutschen verheiratet, gegen die in Mexiko ebenfalls ein Haftbefehl vorliegt.

Lozoya war von 2012 bis 2016 Direktor des hoch verschuldeten Konzerns Pemex. Er soll Bestechungsgelder in Höhe von bis zu zehn Millionen US-Dollar von dem brasilianischen Bauunternehmen Odebrecht angenommen haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, an der Spitze von Pemex den Kauf einer Düngerfabrik zu einem überhöhten Preis genehmigt zu haben und dafür weitere 3,7 Millionen Dollar an Schmiergeldern kassiert zu haben. Er beteuert seine Unschuld.

Der brasilianische Baukonzern Odebrecht steht im Zentrum des wohl grössten Korruptionsskandal Lateinamerikas. In der ganzen Region wird gegen Hunderte Politiker, Beamte und Geschäftsleute ermittelt. Insgesamt sollen 785 Millionen Dollar Schmiergeld geflossen sein.