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Kongo will Ölbohrungen in geschützten Nationalparks erlauben

Der Kongo will Ölbohrungen in Teilen geschützter Nationalparks erlauben, in denen unter anderem vom Aussterben bedrohte Berggorillas und andere gefährdete Menschenaffen leben.
Berggorillas im Virunga-Nationalpark: Die Parks sind wegen ihrer einzigartigen Ökosysteme Unesco-Welterbestätten. (Bild: KEYSTONE/AP/Jerome Delay)

Berggorillas im Virunga-Nationalpark: Die Parks sind wegen ihrer einzigartigen Ökosysteme Unesco-Welterbestätten. (Bild: KEYSTONE/AP/Jerome Delay)

(sda/dpa)

Die Parks sind wegen ihrer einzigartigen Ökosysteme Unesco-Welterbestätten. Im östlichen Virunga-Nationalpark soll ein Fünftel der Parkfläche für Ölbohrungen freigegeben werden, wie es in einem Kabinettsbeschluss hiess.

Auch im zentralen Salonga-Park, der im Kongo-Becken liegt und als eines der grössten Regenwald-Schutzgebiete der Welt gilt, sollen Bohrungen erlaubt werden, hiess es in dem am Freitagabend bekanntgewordenen Beschluss des Ministerrats.

Zunächst soll es um Probebohrungen gehen. Bislang ist nicht bekannt, ob sich eine internationale Ölfirma bereits Rechte in den betroffenen Gebieten gesichert hat. Die Aktivisten der Gruppe Global Witness hatten im Mai bereits vor dem Plan der Regierung gewarnt.

Der Virunga-Nationalpark ist für seine grosse Artenvielfalt bekannt. Dort sind rund ein Viertel der noch lebenden Berggorillas (Gorilla beringei beringei) zu Hause. Der Salonga mit einer Fläche von etwa 36'000 Quadratkilometern ist unter anderem Heimat der Zwergschimpansen (Pan paniscus).

Eine britische Firma, Soco International, hatte bereits vor einigen Jahren im Virunga-Nationalpark im Bereich des Edwardsees die Möglichkeit von Ölbohrungen geprüft. Ein internationaler Aufschrei - unterstützt von einem Oscar-nominierten Dokumentarfilm - führte jedoch zur Kehrtwende. Soco zog sich 2014 aus dem Kongo zurück.

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