Koalitionskritiker setzen sich bei SPD-Vorsitz durch

Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sollen künftig die SPD führen. Das Duo setzte sich in einer Mitgliederbefragung gegen die Mitbewerber Klara Geywitz und Vizekanzler Olaf Scholz durch.

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Die SPD wird künftig von einer Doppelspitze geführt. Beim Mitgliederentscheid über den Parteivorsitz setzten sich der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken durch.

Die SPD wird künftig von einer Doppelspitze geführt. Beim Mitgliederentscheid über den Parteivorsitz setzten sich der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken durch.

KEYSTONE/EPA/FELIPE TRUEBA
(sda/afp/reu)

Das teilte die kommissarische Parteichefin Malu Dreyer am Samstag in Berlin mit.

Esken und Walter-Borjans erhielten demnach 53,06 Prozent der Stimmen, Geywitz und Scholz 45,33 Prozent. Es gab 216'721 gültige Stimmen, darunter waren 3480 Enthaltungen.

Esken und Walter-Borjans gelten als Vertreter des linken Parteiflügels. Sie stehen der Regierungskoalition mit CDU und CSU kritisch gegenüber. Formal gewählt wird die neue SPD-Spitze am kommenden Freitag auf dem Bundesparteitag in Berlin. Die Delegierten müssen zuvor allerdings noch der nötigen Satzungsänderung zustimmen - bisher kann nur eine einzelne Person an der Spitze der SPD stehen.

Zu der Stichwahl waren vom 19. bis zum 29. November 425'630 Sozialdemokraten aufgerufen; sie konnten online oder per Brief abstimmen. In der ersten Runde im Oktober hatte die Parteibasis die Wahl zwischen insgesamt sechs Zweierteams gehabt.