Kleine Geschäfte öffnen in Deutschland wieder - Schulen nicht

Nach Fortschritten in der Bekämpfung des Coronavirus dürfen kleine Geschäfte in Deutschland wieder öffnen. Die Schulen bleiben dagegen für die meisten erst einmal dicht. Nur für einige Jahrgänge gibt es ab dem 4. Mai wieder Unterricht.

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Bundeskanzlerin Merkel empfiehlt den Deutschen Alltagsmasken. (Figuren vor einem Seniorenheim in der Region Hannover)

Bundeskanzlerin Merkel empfiehlt den Deutschen Alltagsmasken. (Figuren vor einem Seniorenheim in der Region Hannover)

KEYSTONE/dpa/Julian Stratenschulte
(sda/dpa)

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer verständigten sich am Mittwoch ausserdem darauf, dass die wegen der Pandemie verhängten Kontaktbeschränkungen bis mindestens zum 3. Mai verlängert werden.

Deutschland habe einen «zerbrechlichen Zwischenerfolg» erreicht, sagte Merkel. Alle müssten aber verstehen, dass sie so lange mit dem Virus leben müssten, bis es einen Impfstoff gebe. Daher könne nur äusserst vorsichtig und in kleinen Schritten mehr öffentliches Leben zugelassen werden. Es seit weiter entscheidend, dass die Bürger in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhielten und sich dort nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder maximal einer anderen Person aufhielten.

Öffnen sollen nun zuerst Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern, was etwa der Grösse eines mittleren Supermarkts oder eines Schuhladens entspricht. Unabhängig von der Grösse sollen auch Buch-, Auto- und Velofachhändler öffnen. Friseure sollen sich auf einen baldige Öffnung ab dem 4. Mai vorbereiten.

Für alle Geschäfte gelten Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen. Supermärkte durften bislang schon geöffnet bleiben. Die Schliessung der Geschäfte wegen der Corona-Krise belastet die Wirtschaft schwer. Der private Konsum brach ein.

Alltagsmasken empfohlen

Zum besseren Schutz werde beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr das Tragen von sogenannten Alltagsmasken empfohlen, sagte Merkel. Eine generelle Maskenpflicht soll es aber nicht geben. Alltagsmasken dienen nach Angaben des Gesundheitsministeriums dazu, andere vor einer Infektion zu schützen. Spezialmasken, die auch den Träger selbst schützen, sollten dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben.

Der Schulbetrieb soll vom 4. Mai an schrittweise wieder hochgefahren werden - zuerst gibt es Unterricht für die Abschlussklassen, die obersten Grundschulklassen und die, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen. Anstehende Prüfungen sind bereits vorher möglich.

Auf private Reisen und Besuche auch von Verwandten sollen die Bürger weiterhin verzichten. Das gleiche gilt für überregionale tagestouristische Ausflüge.

Grossveranstaltungen sind bis zum 31. August grundsätzlich untersagt. Betroffen sind auch Fussballspiele, grössere Konzerte, Schützenfeste und Jahrmarkts-Veranstaltungen. Konkrete Regelungen etwa zur Grösse der Veranstaltungen sollen allerdings die Bundesländer selbst treffen.