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Hauptverdächtiger der Anschläge in Sri Lanka starb als Attentäter

Er predigte Hass und starb am Ostersonntag in Sri Lanka als Selbstmordattentäter: Zahran Hashim, der mutmassliche Drahtzieher der Anschlagsserie, hat sich zusammen mit einem zweiten Selbstmordattentäter im Luxus-Hotel «Shangri-La» in die Luft gesprengt.
Ein Bild der Amaq, der Nachrichtenagentur der Terrororganisation Islamischer Staat, zeigt in der Mitte Zahran Hashmi, den mutmasslichen Anführer der Selbstmordattentäter an Ostern in Sri Lanka. (Bild: KEYSTONE/AP Aamaq news agency)

Ein Bild der Amaq, der Nachrichtenagentur der Terrororganisation Islamischer Staat, zeigt in der Mitte Zahran Hashmi, den mutmasslichen Anführer der Selbstmordattentäter an Ostern in Sri Lanka. (Bild: KEYSTONE/AP Aamaq news agency)

(sda/afp)

Dies teilte die Regierung am Freitag mit. Sri Lankas Muslime hatten die Behörden jahrelang vor dem radikalen Geistlichen in ihrer Mitte gewarnt, der offenbar eine zentrale Rolle bei einer der schlimmsten Gewaltserien in der Geschichte des südasiatischen Inselstaates spielte.

In dem am Dienstag von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) veröffentlichten Bekennervideo ist Hashim als einziger von acht IS-Anhängern unvermummt zu sehen. Ein schwarzes Tuch um den Kopf geschlungen und ein Gewehr im Arm, leitet Hashim darin die mutmasslichen Angreifer bei einem Treueschwur auf IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi an.

Sri Lankas Regierung hatte Hashim bereits indirekt für die Anschlagsserie mit mehr als 250 Toten und hunderten Verletzten am Ostersonntag verantwortlich gemacht, als sie die Tat der einheimischen Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) zuschrieb. Der Kleriker galt als Anführer der Gruppe, bei der Fahndung nach den Attentätern und Hintermännern war er der Hauptverdächtige.

Zuvor weitgehend unbekannt

Vor den Anschlägen auf drei christliche Kirchen und drei Luxushotels war Hashim weitgehend unbekannt - auch in Sri Lanka. In den Online-Medien hatte er allerdings tausende Follower, veröffentlichte hetzerische Predigten auf YouTube und Facebook. In einer Aufnahme hält der Mann mit dem rundlichen Gesicht und schwarzem Bart eine Hassrede gegen Nichtmuslime.

Hilmy Ahamed, Vizepräsident des Muslimrats von Sri Lanka, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe die Behörden bereits vor drei Jahren vor Hashim gewarnt. «Dieser Mensch war ein Einzelgänger, und er hat junge Menschen unter dem Deckmantel des Koran-Unterrichts radikalisiert.» Niemand habe jedoch geglaubt, dass «diese Menschen» einen Anschlag solchen Ausmasses ausführen könnten.

Laut Ahamed war Hashim etwa 40 Jahre alt und kam aus der Region Batticaloa an der Ostküste Sri Lankas, in der eine der am Sonntag attackierten Kirchen steht. Der radikale Kleriker sei der Spross einer «normalen muslimischen Mittelstandsfamilie». Hashim habe an einer Islamschule in Kattankudy im Osten des Landes studiert.

In der örtlichen Muslimgemeinde habe er für Ärger gesorgt, sagte Ahamed. Es habe immer wieder Konflikte mit anderen Moscheebesuchern gegeben. Einmal habe Hashim ein Schwert gezogen, um Menschen aus der Thowheeth-Moschee in Kattankudy zu töten.

Internationale Verbindungen

Medien in Sri Lanka zufolge gründete Hashim die NTJ im Jahr 2014. Die Behörden untersuchen derzeit noch, inwieweit der IS den Angreifern geholfen haben könnte. Ahamed bestätigte, dass der radikale Kleriker internationale Verbindungen hatte. «All seine Videos wurden in Indien hochgeladen. Er benutzte Schmugglerboote, um nach Südindien und zurück zu reisen», berichtete der Vizepräsident des Muslimrats.

Indien warnte das Nachbarland Sri Lanka mehrfach vor möglichen Selbstmordanschlägen, wie AFP am Donnerstag aus Ermittlerkreisen erfuhr. Bei Festnahmen von Verdächtigen mit mutmasslichen Verbindungen zum IS in Südindien seien Dokumente mit «bedrohlichen» Inhalten sichergestellt worden, darunter Videos.

Diese enthielten den Angaben zufolge «Drohungen durch einen radikalen Anführer aus Sri Lanka, die auf mögliche Selbstmordanschläge schliessen liessen». Indische Medien nannten den Namen des Mannes: NJT-Chef Zahran Hashim.

Als Reaktion auf das Versagen der nationalen Sicherheitsbehörden von Sri Lanka legte Polizeichef Pujith Jayasundara sein Amt nieder.

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