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Handelskonflikt: USA verhängen Strafzölle - China übt Vergeltung

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nach Inkrafttreten der US-Strafzölle auf chinesische Importe sah sich China nach eigenen Angaben zum «notwendigen Gegenangriff» gezwungen.
Die USA haben wie angekündigt massive Strafzölle auf Waren aus China in Kraft gesetzt und damit nach Angaben aus Peking den «grössten Handelskrieg der Wirtschaftsgeschichte» begonnen. (Bild: Keystone/AP/STEPHEN B. MORTON)

Die USA haben wie angekündigt massive Strafzölle auf Waren aus China in Kraft gesetzt und damit nach Angaben aus Peking den «grössten Handelskrieg der Wirtschaftsgeschichte» begonnen. (Bild: Keystone/AP/STEPHEN B. MORTON)

(sda/dpa/afp/reu)

Der Sprecher des Handelsministeriums in Peking sagte am Freitag, die USA hätten «den grössten Handelskrieg in der Wirtschaftsgeschichte» eingeläutet. Einzelheiten zu den Gegenmassnahmen nannte die Regierung in Peking zunächst nicht. Erwartet wurde allerdings, dass sie sich vor allem gegen US-Agrarimporte richten.

Um Mitternacht (06.00 Uhr MESZ) waren Sonderabgaben der USA von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden Dollar in Kraft getreten. Chinas Handelsministerium hatte für diesen Fall schon im Vorfeld Vergeltung in gleicher Höhe angekündigt. Die Volksrepublik will dem Ministeriumssprecher zufolge nun die Welthandelsorganisation (WTO) über die Situation informieren.

Die US-Zölle betreffen insgesamt 818 Produkte vor allem aus dem High-Tech-Bereich, darunter Autos, Flugzeugteile und Festplatten. US-Präsident Donald Trump begründet seine auch im eigenen Land umstrittene Strafzollpolitik mit dem enormen US-Handelsdefizit gegenüber China, das er als Ausdruck einer unfairen Handelsbeziehung betrachtet. Im vergangenen Jahr summierte sich das Defizit nach US-Angaben auf 375 Milliarden Dollar.

Angst vor Konjunktureinbruch

Mit dieser ersten Runde steuern die beiden grössten Volkswirtschaften auf einen Handelskrieg zu, der potenziell schwere Folgen auch für Europa und die gesamte Weltwirtschaft haben könnte.

Trump zieht gegen die mit einem Defizit von mehr als 800 Milliarden Dollar belastete Handelsbilanz seines Landes an mehreren Fronten zu Felde. Er belegte auch die Nachbarn Kanada und Mexiko sowie Verbündete wie die Länder der Europäischen Union mit Strafzöllen auf Stahl- und Aluminium. Auch von dieser Seite sind bereits Vergeltungszölle in Kraft gesetzt worden.

Rund um den Globus schürt der Konflikt zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften die Angst vor einem dramatischen Konjunktureinbruch. Ökonomen befürchten, dass sich der Konflikt zwischen China und den USA zu einem unkontrollierbaren Handelskrieg auswächst.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die betroffenen Handelsvolumina zumindest derzeit noch als zu klein an, als dass dies allein zu grösseren Problemen für die Weltwirtschaft führen könnte. Allerdings werden Effekte durch die Verunsicherung der Märkte und eine immer weiter rotierende Eskalationsspirale befürchtet.

Die nächste Eskalationsstufe

Denn US-Präsident Donald Trump hatte klargemacht, dass er im Falle chinesischer Vergeltung zu einer weiteren Eskalation bereit ist. Er drohte mit Strafzöllen auf chinesische Importe von sogar mehr als einer halben Billion Dollar, womit alle Ausfuhren aus China in die USA betroffen wären.

In den USA wächst indes die Sorge, dass sich die Handelspolitik des Präsidenten für die eigene Wirtschaft als Nachteil entpuppen könnte. Die mächtige und traditionell industriefreundliche US-Handelskammer erklärte in dieser Woche, dass die bisherigen Gegenmassnahmen Chinas, Kanadas, Mexikos der Europäischen Union und anderer gegen Trumps Zölle bereits Auswirkungen auf US-Exporte im Wert von 75 Milliarden Dollar gehabt hätten - viele davon aus Staaten, deren Wähler bei der Präsidentschaftswahl 2016 mehrheitlich für Trump stimmten.

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