Gewalt gegen vertriebene Frauen im Nordwesten Syriens

In der Region um Idlib im Nordwesten Syriens sind die Kämpfe seit der vor einer Woche vereinbarten Waffenruhe zwar zurückgegangen. Aber besonders für Frauen und Mädchen sei die Lage unerträglich, teilte das Uno-Nothilfebüro (Ocha) am Freitag in Genf mit.

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Eine in Idlib vertriebene Frau wäscht Kleider im Atamah-Camp nahe der türkischen Grenze. Nach Angaben des Uno-Nothilfebüros (Ocha) ist die Lage besonders für Frauen und Mädchen unerträglich.

Eine in Idlib vertriebene Frau wäscht Kleider im Atamah-Camp nahe der türkischen Grenze. Nach Angaben des Uno-Nothilfebüros (Ocha) ist die Lage besonders für Frauen und Mädchen unerträglich.

KEYSTONE/EPA/YAHYA NEMAH
(sda/dpa)

Helfer berichteten immer wieder, dass Männer Machtpositionen ausnutzten, um Frauen zu missbrauchen.

Sie böten Obdachlosen etwa nur gegen Sex und Ausbeutung Unterschlupf oder finanzielle Hilfe, sagte Ocha-Sprecher Jens Laerke. Frauen könnten teils wochenlang nicht duschen, weil es keinen geschützten Raum für sie gebe. Manche versuchten, so wenig wie möglich zu trinken, um möglichst nicht zur Toilette gehen zu müssen. Vier von fünf der rund 960'000 seit Dezember in der Region Idlib Vertriebenen sind Frauen und Minderjährige.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und der russische Präsident Wladimir Putin hatten sich am 6. März auf eine Waffenruhe in Syriens letztem grossen Rebellengebiet Idlib geeinigt.

Die Türkei unterstützt in Syrien Rebellen und hat dort auch eigene Truppen im Einsatz. Russland steht auf der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seiner Armee. Die Vereinbarung kam nach einer Eskalation in der Region zustande, bei der auch zahlreiche türkische Soldaten getötet worden waren.