Geschlossene Läden wegen Corona-Krise setzen Tom Tailor zu

Die Corona-Krise bringt die ohnehin seit Jahren schwächelnde Modefirma Tom Tailor erneut in Bedrängnis. Die Firma versucht, mit den staatlichen Hilfen durch die Krise zu kommen.

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Die ohnehin bereits angeschlagene Modefirma Tom Tailor wird vom Coronavirus hart getroffen.

Die ohnehin bereits angeschlagene Modefirma Tom Tailor wird vom Coronavirus hart getroffen.

KEYSTONE/DPA/CHRISTIAN CHARISIUS
(sda/awp/reu)

«Durch die Corona-Pandemie haben sich die Marktbedingungen in den letzten Wochen in allen unseren Märkten dramatisch verschlechtert», erklärte Finanzchef Christian Werner am Dienstag.

Er warnte vor Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken infolge der behördlich verordneten Geschäftsschliessungen zur Eindämmung der Virusausbreitung und kündigte an, staatliche Hilfen zu beantragen. Dazu gehören unter anderem staatliche Finanzierungsprogramme, Stundung von Steuerzahlungen, sowie Kurzarbeit, die bereits von der Gesellschaft für die eigenen Filialen beantragt worden sei.

Im Herbst hatte sich die Modekette erst nach langem Ringen mit seinen Konsortialbanken und dem chinesischen Mehrheitsaktionär Fosun auf eine neue Finanzierungsstruktur verständigen können.

Im vergangenen Jahr verbuchte Tom Tailor bei einem Umsatzrückgng um 4,8 Prozent auf 803,1 Millionen Euro ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 98,5 (2018: 25,7) Millionen Euro. «Das Geschäftsjahr 2019 lag im Rahmen unserer Erwartungen», sagte Konzernchef Gernot Lenz. Die Marke Tom Tailor sei erneut gewachsen. Gleichzeitig sei es gelungen, bei der schwächelnden Tochter Bonita den Umsatzrückgang zu verlangsamen und die Ertragssituation zu verbessern.

Fosun ist seit 2014 bei Tom Tailor engagiert und hat seine Anteile in den vergangenen Jahren sukzessive aufgestockt auf inzwischen rund 77 Prozent. (Reporterin: Anneli Palmen, redigiert von Ralf Banser