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Gericht verschiebt Urteil zu Straflager-Haft für Schauspieler

Nach seiner Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Straflager kämpft der Moskauer Schauspieler Pawel Ustinow weiter um seinen Freispruch. Ein Gericht in Moskau vertagte am Donnerstag die Verhandlung kurz nach dem Start auf Montag.
Der russische Schauspieler Pawel Ustinow vor der Verhandlung über seinen Freispruch in einem Gericht in Moskau. (Bild: KEYSTONE/EPA/SERGEI ILNITSKY)

Der russische Schauspieler Pawel Ustinow vor der Verhandlung über seinen Freispruch in einem Gericht in Moskau. (Bild: KEYSTONE/EPA/SERGEI ILNITSKY)

(sda/dpa)

Dann soll ein Video begutachtet werden, auf dem zu sehen ist, dass Ustinow am Tag von nicht genehmigten Oppositionsprotesten in Moskau von Polizisten angegriffen, zu Boden geworfen und mit einem Schlagstock verprügelt wird. Verurteilt wurden nicht die Polizisten, sondern der 23-Jährige.

Ein Gericht sah es am Montag vor einer Woche als erwiesen an, dass Ustinow demonstriert und dann auch noch einem Polizisten die Schulter verrenkt habe. Deswegen erhielt er dreieinhalb Jahre Straflager. Er bestreitet die Vorwürfe und erklärt, er sei zufällig an dem Ort gewesen.

Vor Gericht lenkten nun sowohl der angeblich verletzte Polizist als auch die Generalstaatsanwaltschaft ein und plädierten für eine mildere Strafe. Ustinows Verteidigung fordert dagegen Freispruch.

Empörung auch in kremlnahen Kreisen

Das als politische Inszenierung kritisierte Verfahren hatte in Russland auch in kremlnahen Kreisen grosse Empörung ausgelöst. Nach einem Richterspruch am Freitag kam Ustinow zunächst gegen Auflagen auf freien Fuss. Er wolle die anderen noch Inhaftierten mit allen möglichen Mitteln unterstützen und hoffe, dass sie bald wieder bei ihren Familien sein könnten, sagte er in einer Videobotschaft.

Der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs in Russland, Wjatscheslaw Lebedew, zeigte sich nach einem Bericht des Radiosenders Echo Moskwy verwundert über das Urteil gegen Ustinow. Es sei für ihn unklar, warum er festgenommen wurde, sagte Lebedew mit Blick auf das Video.

Polizei und Justiz stehen seit Wochen in der Kritik, mit überzogener Härte gegen Teilnehmer der Demonstrationen vorzugehen. Bei den Protesten gegen den Ausschluss Dutzender prominenter Oppositioneller von der Stadtratswahl am 8. September hatte es Tausende Festnahmen gegeben. Mehrere Teilnehmer wurden zu Haft im Straflager verurteilt.

An diesem Sonntag ist in Moskau eine Grosskundgebung für die Freilassung politischer Gefangener geplant.

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