Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Französische Regierung geht auf Distanz zu prügelndem Mitarbeiter

Nach heftiger Kritik ist Frankreichs Regierung auf Distanz zu einem Mitarbeiter des Präsidialamts gegangen, dem ein Angriff auf Demonstranten zur Last gelegt wird. Sie kündigte an, den Sicherheitsmitarbeiter zu entlassen, weil er den Skandal habe vertuschen wollen.
Sicherheitsmann Benalla (rechte Mitte, mit Helm) bei der 1.-Mai-Demonstration. (Bild: KEYSTONE/AP Nicolas Lescaut)

Sicherheitsmann Benalla (rechte Mitte, mit Helm) bei der 1.-Mai-Demonstration. (Bild: KEYSTONE/AP Nicolas Lescaut)

(sda/afp)

Die Polizei nahm den Mitarbeiter von Präsident Emmanuel Macron in Gewahrsam. Der Skandal war in dieser Woche mit der Veröffentlichung mehrerer Videos durch die Zeitung «Le Monde» ins Rollen gekommen. Darauf ist zu sehen, wie Alexandre Benalla heftig auf Teilnehmer der Kundgebung zum 1. Mai in Paris einprügelt.

Er trug dabei einen Polizeihelm, obwohl er kein Polizist ist. Nach Regierungsangaben hatte er lediglich die Erlaubnis zur «Beobachtung der Polizeioperationen». Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun unter anderem vor, als öffentlicher Amtsträger Gewalt angewendet und sich als Polizist ausgegeben zu haben.

Zudem soll er sich illegalerweise Videomaterial von Überwachungskameras der Stadt Paris beschafft haben. In diesem Zusammenhang wurden drei Polizisten vorläufig suspendiert. Sie sollen Benalla die Aufnahmen zugespielt haben.

Senat verlangt Erklärung von Innenminister

Innenminister Gérard Collomb verurteilte das Verhalten der drei Beamten am Freitag scharf. Am Donnerstag hatte er bereits eine Untersuchung durch die Polizeiaufsicht angekündigt, um festzustellen, unter welchen Umständen sich der Vorfall am 1. Mai ereignet habe. Der Senat lud Collomb für kommende Woche zu einer Anhörung vor.

Intern war die Prügelattacke in der bei Touristen beliebten Rue Mouffetard auf der Rive Gauche bereits am Tag nach den Demonstrationen bekannt geworden. Benalla wurde nach Angaben der Präsidentschaft für zwei Wochen ohne Bezahlung suspendiert und in die Verwaltung versetzt, statt für die Sicherheit auf Macrons Reisen zu sorgen. Die Staatsanwaltschaft wurde zunächst nicht informiert.

Der Nachrichtensender BFM berichtete, Benalla sei diese Woche wieder als Sicherheitsmitarbeiter eingesetzt worden - während der Siegesparade auf den Champs Elysée zur Feier der französischen Nationalelf nach deren Sieg bei der Fussballweltmeisterschaft in Russland.

Zweiter Mann in Polizeigewahrsam

Nach Regierungsangaben hat ein weiterer Mann, Benallas Kollege Vincent Crase, im Dienste des Präsidenten bei den Demonstrationen am 1. Mai seine Kompetenzen überschritten. Auch er befindet sich mittlerweile in Polizeigewahrsam. Die Zusammenarbeit mit diesem Angestellten der Regierungspartei La République en Marche (LREM) sei beendet worden, sagte ein Regierungssprecher.

Benalla war während des Präsidentschaftswahlkampfs im vergangenen Jahr für Macrons Sicherheit zuständig und arbeitete nach dessen Wahl im Elysée-Palast. Zuvor war er kurzzeitig für den ehemaligen Präsidenten François Hollande tätig, wurde jedoch nach nur einer Woche suspendiert. «Er hat als mein Fahrer einen Unfall verursacht und dann versucht zu fliehen», sagte Ex-Minister Arnaud Montebourg am Donnerstag zu «Le Monde».

Macron schweigt

Macron äusserte sich in der Angelegenheit zunächst nicht. Mehrere Zeitungen und Politiker aller Lager kritisierten das Verhalten der Regierung in der Angelegenheit und das Schweigen des Präsidenten, der bei seinem Amtseintritt versprochen hatte, Moral und Transparenz in Frankreichs Politik zurückzubringen.

Im Parlament war die Rede von einer «Staatsaffäre». Macron sehe sich nun mit einer politischen Krise konfrontiert, «weil er es versäumte, ein Disziplinarproblem sofort zu lösen», kommentierte die konservative Tageszeitung «Le Figaro» am Freitag."Ohne die Veröffentlichung von 'Le Monde' wäre die Angelegenheit nicht ans Licht gekommen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.