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Ex-Anwalt nennt Trump Rassisten, Hochstapler und Betrüger

Der Ex-Anwalt von Donald Trump, Michael Cohen, will den US-Präsidenten am Mittwoch bei seiner Aussage vor dem Kongress als Betrüger bezeichnen und Belege für seine Vorwürfe liefern. Das geht aus Cohens vorbereiteter Eingangserklärung hervor.
Will umfassend aussagen: Michael Cohen, Ex-Anwalt von US-Präsident Donald Trump. (Bild: KEYSTONE/AP/MANUEL BALCE CENETA)

Will umfassend aussagen: Michael Cohen, Ex-Anwalt von US-Präsident Donald Trump. (Bild: KEYSTONE/AP/MANUEL BALCE CENETA)

(sda/afp)

In einer mit Spannung erwarteten öffentlichen Anhörung will sich der Ex-Anwalt von Trump am Mittwoch Fragen von Abgeordneten im Kongress stellen. Der 52-Jährige, der mehr als ein Jahrzehnt für Trump gearbeitet hat, ist eine zentrale Figur in mehreren Affären um den Präsidenten.

Die Eingangserklärung wurde vorab vom US-Portal Politico.com veröffentlicht. Demnach will Cohen über Trump sagen: «Er ist ein Rassist. Er ist ein Hochstapler. Er ist ein Betrüger.» In Cohens Statement heisst es zudem, Trump habe vorab von der Veröffentlichung gehackter E-Mails der Demokraten durch Wikileaks im Wahlkampf 2016 gewusst.

Keine Beweise für Russland-Verbindung

In Cohens vorbereiteter Aussage heisst es, er habe keine direkten Beweise dafür, dass Trump oder sein Wahlkampfteam 2016 Geheimabsprachen mit Russland getroffen hätten. Er habe aber den Verdacht, dass Trump von einem Treffen von Vertretern des Wahlkampfteams mit Russen im Juni 2016 gewusst habe.

Zum Rassismus-Vorwurf heisst es in Cohens Aussage, Trump habe ihm gesagt, dass Schwarze ihn nie wählen würde, weil sie «zu dumm» seien. Trump habe ihn ausserdem gefragt, ob er ein Land kenne, das von einem Schwarzen regiert werde und das kein «Drecksloch» sei. Zu dem Zeitpunkt sei Barack Obama US-Präsident gewesen.

Cohen sagt dem Statement zufolge weiter, dass Trump übertriebene Angaben zu seinem Vermögen gemacht habe, wenn es seinen Zielen zugute gekommen sei - zum Beispiel bei der Platzierung auf der «Forbes»-Reichenliste.

Dann habe Trump sein Vermögen wieder kleingerechnet, um Steuern zu sparen. Zu den Belegen, die Cohen dem Kongress vorlegen will, gehören nach seiner Aussage Kopien von Vermögensbilanzen aus den Jahren 2011 bis 2013, die Trump der Deutschen Bank vorgelegt haben soll.

Trumps Hitman

Cohen sagt in der Erklärung, zu seinen Aufgaben habe früher gehört, auf Anweisung Trumps Geschäftsleute anzurufen, um ihnen zu sagen, dass Trump sie für ihre Leistungen nicht oder nicht wie vereinbart bezahlen werde. Cohen will dem Kongress zudem Kopien von Briefen übergeben, in denen er auf Anweisung Trumps Schulen mit Klagen gedroht habe, wenn sie dessen Noten veröffentlichten.

Zu den Schweigegeldzahlungen an den Pornostar Stormy Daniels heisst es in Cohens Statement über Trump: «Er bat mich, einen Pornostar zu bezahlen, mit der er eine Affäre hatte, und seine Frau darüber zu belügen, was ich getan habe.»

Cohen hat bereits in der Vergangenheit angegeben, im Auftrag Trumps Schweigegeldzahlungen an Daniels (bürgerlicher Name: Stephanie Gregory Clifford) und an das frühere Playmate Karen McDougal veranlasst zu haben. Beide Frauen geben an, Affären mit Trump gehabt zu haben. Trump bestreitet das.

In Cohens Aussage heisst es, er wolle dem Kongress eine Kopie eines Schecks von Trumps persönlichem Konto vorlegen, den Trump selber unterzeichnet habe. Dieser Scheck vom 1. August 2017 sei eine der Raten gewesen, mit der Trump ihm die Schweigegeldzahlung an Daniels zurückerstattet habe.

Vor Militärdienst gedrückt

Trump hält sich derzeit für ein Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Hanoi auf. Cohen nennt es in dem Statement «ironisch», dass Trump während seiner Aussage vor dem Kongress ausgerechnet in Vietnam sei. Cohen vermittelt in seinem Statement den Eindruck, dass Trump sich während des Vietnam-Krieges vor dem Militärdienst gedrückt haben könnte.

Trump soll während des Vietnam-Kriegs wegen eines Fersensporns ausgemustert worden sein, also wegen eines schmerzhaften Auswuchses am Fussknochen. In Cohens Statement heisst es nun, Trump habe ihn im Wahlkampf 2016 damit beauftragt, sich um die schlechte Berichterstattung in den Medien wegen seiner Ausmusterung zu kümmern.

Trump habe ihm auf seine Bitten hin aber keine Belege für einen Fersensporn vorgelegt. Er habe ihm stattdessen gesagt: «Denkst Du, ich bin blöd, ich wäre doch nicht nach Vietnam gegangen.»

Drei Jahre Haft

Cohen hatte 2006 bei der Trump-Organisation angefangen, zuletzt war er dort Vizepräsident. Im August bekannte er sich vor Gericht wegen Verstössen gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung und anderer Anklagepunkte schuldig. Im November bekannte sich Cohen zudem schuldig, den Kongress belogen zu haben. Im Dezember war er zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Er soll seine Strafe im Mai antreten.

Der 52-Jährige wurde oft als Trumps «Ausputzer» beschrieben. Er sagt in dieser Woche mehrfach vor dem US-Kongress aus. Am Dienstag hatte er sich hinter verschlossenen Türen vor dem Geheimdienstausschuss des Senats geäussert.

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