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EU will geplante Fusion von Boeing und Embraer näher untersuchen

Die EU-Wettbewerbshüter haben Bedenken gegen den geplanten Zusammenschluss zwischen dem US-Flugzeugbauer Boeing und dem brasilianischen Hersteller Embraer angemeldet. Sie habe eine «gründliche Prüfung» eingeleitet.
Die EU will die Fusion zwischen dem Boeing-Konzern und Embraer näher untersuchen, um festzustellen, wie sich der Zusammenschluss auf den Markt für Regionalflugzeuge auswirkt. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/SEBASTIAO MOREIRA)

Die EU will die Fusion zwischen dem Boeing-Konzern und Embraer näher untersuchen, um festzustellen, wie sich der Zusammenschluss auf den Markt für Regionalflugzeuge auswirkt. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/SEBASTIAO MOREIRA)

(sda/afp)

Dies teilte die EU-Kommission am Freitag mit. Der Schritt könnte die Spannungen in den Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA weiter verschärfen.

Die EU-Kommission äusserte sich vor allem darüber besorgt, dass mit dem Joint Venture «Embraer als drittgrösster Anbieter im ohnehin schon stark konzentrierten Markt für Verkehrsflugzeuge wegfällt».

Boeing plant, für umgerechnet rund 5 Milliarden Franken den grössten Teil der Verkehrsflugzeug-Sparte von Embraer zu übernehmen. Das US-Unternehmen könnte damit Flugzeuge mit einer Kapazität von bis zu 150 Sitzen anbieten. Ein weiteres, kleineres Joint-Venture betrifft den Vertrieb für das Militärtransportflugzeug KC-390 von Embraer.

Lange Durststrecke am Markt

Ihre Prüfung solle sicherstellen, dass der «Preiswettbewerb und die Produktentwicklung» auf dem Markt für Verkehrsflugzeuge durch den Zusammenschluss nicht vermindert werde, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die EU-Kommission wies darauf hin, dass Embraer weltweit führender Hersteller von Regionalflugzeugen sei und in den kommenden fünf bis zehn Jahren niemand in der Lage sein werde, dieselbe Rolle zu übernehmen.

Die Pläne für das Joint-Venture waren bereits im Juli vergangenen Jahres verkündet worden. Allgemein werden sie als Antwort auf eine ähnliche strategische Partnerschaft zwischen Airbus und dem kanadischen Hersteller Bombardier angesehen, die im Oktober 2017 verkündet worden war. Die EU-Kommission hat nun nach eigenen Angaben bis 20. Februar Zeit, um den Zusammenschluss zu prüfen.

Jahrelanger Streit

Die USA hatten am Mittwoch im Streit um europäische Staatshilfen für den Flugzeugbauer Airbus Strafzölle auf EU-Importe in Höhe von 7,5 Milliarden Dollar angekündigt. Zuvor hatte die Welthandelsorganisation (WTO) Washington die Verhängung der Strafzölle genehmigt.

Hintergrund ist der seit rund 15 Jahren andauernde Streit um Subventionen für den europäischen Flugzeugbauer sowie dessen US-Wettbewerber Boeing. Die WTO dürfte bald auch den Europäern grünes Licht für Strafzölle gegen die USA geben. Die EU bereitet bereits ihre Antwort auf die angekündigten Strafzölle vor.

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