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Erdbeben in Südkalifornien - heftigster Erdstoss in 20 Jahren

Das schwerste Erdbeben seit 20 Jahren hat am Donnerstag Südkalifornien erschüttert. Der Erdstoss war von Los Angeles bis nach Las Vegas zu spüren und schreckte Millionen Menschen auf. Mehrere Menschen erlitten Verletzungen, Strassen und Gebäude wurden beschädigt.
(sda/dpa/afp/ap)

Nach Angaben der Erdbebenwarte USGS hatte das Beben in einer Wüstenregion über 200 Kilometer nordöstlich von Los Angeles eine Stärke von 6,4. Mehr als Hundert Nachbeben trafen die Region.

Die Kleinstadt Ridgecrest nahe dem Death-Valley-Nationalpark wurde am stärksten erschüttert. In der 28'000-Einwohner-Stadt gab es mehrere Verletzte. In mindestens zwei Häusern brannte es. Nach Angaben der lokalen Feuerwehr bekämpften die Einsatzkräfte auch kleine Brände der Vegetation und Gaslecks. Auch habe es Berichte über aufgebrochene Strassen gegeben, sagte der Feuerwehrchef von Kern County.

In Geschäften stürzten Regale ein, Häuser wurden beschädigt, einige Strassen zeigten Risse auf. Es gäbe glücklicherweise aber keine Berichte über Todesopfer oder Schwerverletzte, sagte die Bürgermeisterin von Ridgecrest dem Sender CNN.

Die Feuerwehr von San Bernardino erklärte, Strassen und Gebäude seien beschädigt worden. Örtliche Behörden warnten vor möglichen Nachbeben.

Das Zentrum des Bebens der Stärke 6,4 befand sich rund 160 Kilometer nordöstlich von Los Angeles. (Bild: KEYSTONE/EPA USGS/USGS HANDOUT)Das Zentrum des Bebens der Stärke 6,4 befand sich rund 160 Kilometer nordöstlich von Los Angeles. (Bild: KEYSTONE/EPA USGS/USGS HANDOUT)
Nach dem Erdbeben brach in Ridgecrest nahe dem Death-Valley-Nationalpark ein Feuer aus. (Bild: KEYSTONE/AP Ben Hood)Nach dem Erdbeben brach in Ridgecrest nahe dem Death-Valley-Nationalpark ein Feuer aus. (Bild: KEYSTONE/AP Ben Hood)
Das Beben in Südkalifornien sorgte in der Stadt Ridgecrest für Risse in Strassen. (Bild: KEYSTONE/EPA/ETIENNE LAURENT)Das Beben in Südkalifornien sorgte in der Stadt Ridgecrest für Risse in Strassen. (Bild: KEYSTONE/EPA/ETIENNE LAURENT)
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Erdbeben in Südkalifornien - heftigster Erdstoss in 20 Jahren

Bomben-Testgelände beschädigt

Das Epizentrum befand sich in unmittelbarer Nähe zu einem 445'000 Hektar grossen Bomben-Testgelände der US-Marine mit Namen China Lake. Es habe «erhebliche Schäden» auf der Anlage gegeben, darunter Brände und den Austritt gefährlicher Substanzen, erklärte ein Vertreter der Einrichtung.

Das letzte grössere Beben in Südkalifornien ereignete sich 1999 in der dünn besiedelten Mojave-Wüste. Der Erdstoss der Stärke 7,1 richtete kaum Schäden an. Ein heftiges Beben in Los Angeles mit tödlichen Folgen liegt gut 25 Jahre zurück. Bei dem Northridge-Beben im Januar 1994 mit einer Stärke von 6,7 starben 57 Menschen. Es richtete Millionenschäden an.

Lana Del Rey und Mariah Carey aufgeschreckt

Der jüngste Erdstoss am Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli, einem Feiertag, richtete in Los Angeles keine Schäden an, schreckte aber die Einwohner auf. «Das war ein Grosses», schrieb die Sängerin Lana Del Rey kurz nach dem Beben auf Twitter. Auch Popstar Mariah Carey war betroffen. «Ich komme aus New York, ich kann damit nicht umgehen», lamentierte die Sängerin auf Twitter.

Sie habe ihr ganzes Leben in Los Angeles verbracht, dies sei der längste Erdstoss gewesen, den sie je gespürt habe, schrieb Regisseurin Ava DuVernay (46, «Das Zeiträtsel») in einem Tweet. Zum ersten Mal habe sie gedacht, dies könnte «The Big One» sein. Damit sprach sie ein gefürchtetes Grossbeben an, das Seismologen Kalifornien seit Längerem vorhersagen.

Gegend anfällig für Erdbeben

Der US-Westküstenstaat gilt als sehr anfällig für Erdbeben: Auf einer Länge von knapp 1300 Kilometern zieht sich der San-Andreas-Graben durch Kalifornien. An der tiefreichenden Störung in der Erdkruste schiebt sich die pazifische Platte nach Nordwesten und reibt sich am nordamerikanischen Kontinent. Dabei bauen sich gewaltige Spannungen in der Erdkruste auf, die sich in Erdbeben entladen können.

Das Beben am Donnerstag ereignete sich auf einer Verwerfung rund 150 Kilometer nordöstlich des San-Andreas-Grabens. In den vergangenen 40 Jahren hätte es in dieser Region acht weitere Male mit einer Stärke von mehr als 5 gebebt, teilte die Behörde USGS mit.

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