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Brückeneinsturz in Genua: Tragseil-Riss als mögliche Unglücksursache

Nach dem verheerenden Brückeneinsturz in Genua mit Dutzenden Toten verstärken die italienischen Behörden den Druck auf die Betreibergesellschaft. Das Verkehrsministerium leitete eine Untersuchung von Autostrade per l'Italia ein.
Der Grüne Lastwagen, der beim Brückeneinsturz in Genua kurz vor der Abbruchstelle zum Stehen kam, ist unterdessen abtransportiert worden. (Bild: KEYSTONE/AP Italian Firefighters/Vigili del Fuoco)

Der Grüne Lastwagen, der beim Brückeneinsturz in Genua kurz vor der Abbruchstelle zum Stehen kam, ist unterdessen abtransportiert worden. (Bild: KEYSTONE/AP Italian Firefighters/Vigili del Fuoco)

(sda/dpa)

Das Ministerium forderte das Unternehmen am Donnerstagabend auf, binnen 15 Tagen nachzuweisen, dass es all seinen Instandhaltungspflichten nachgekommen sei. Die Gesellschaft müsse ausserdem bestätigen, dass sie den Viadukt auf eigene Kosten vollständig wiederaufbauen werde.

Der Präsident der Region Ligurien, Giovanni Toto, und Verkehrsstaatssekretär Edoardo Rixi erklärten laut Nachrichtenagentur Ansa, Genua werde bis 2019 eine neue Autobahnbrücke haben. "Die Gesellschaft Autostrade wird sie bezahlen. Wer sie baut, werden wir abwägen", sagte Rixi.

Pausenlose Suche nach Vermissten

Italienische Einsatzkräfte bargen am späten Donnerstagabend die auf den Resten der Brücke noch stehenden Fahrzeuge. Darunter war auch der grüne Lastwagen, dessen Fahrer bei der Katastrophe am Dienstag wenige Meter vor der Abbruchstelle bremsen konnte. Lokale Medien zeigten ein Video von dem Lastwagen am Abgrund.

Die Retter suchten in der Nacht ganze Nacht und am Freitag Freitag nach weiteren Opfern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Genuas könnten noch 10 bis 20 Menschen unter den Trümmern sein. Die Aussichten, Überlebende zu finden, gelten drei Tage nach dem Unglück allerdings als gering.

Die Suche konzentrierte sich auf die Trümmer eines Brückenpfeilers am linken Polvecera-Ufer. Während eines Unwetters war ein fast 200 Meter langer Abschnitt des Viadukts in der italienischen Hafenstadt in die Tiefe gestürzt und hatte zahlreiche Fahrzeuge mitgerissen. Bei dem Unglück waren mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen.

Aus Sicherheitsgründen wurden insgesamt 13 Wohnhäuser evakuiert. 558 Menschen verloren der Präfektur zufolge ihr Zuhause.

Zentrale Trauerfeier am Samstag

Die Behörden bereiteten für Samstag eine grosse Trauerfeier in Genua vor, die zeitgleich mit einer landesweiten Staatstrauer abgehalten werden soll. An der Veranstaltung soll auch Staatspräsident Sergio Mattarella teilnehmen.

Medienberichten zufolge wollen allerdings mehrere Familien nicht an der zentralen Trauerfeier teilnehmen, sondern ihre bei dem Brückeneinsturz ums Leben gekommenen Angehörigen lieber im kleinen Kreis beisetzen. Einige Angehörige wollten auch aus Protest gegen die Regierung in Rom nicht an der Trauerfeier teilnehmen, der sie eine Mitverantwortung für das Unglück zuweisen.

Tragseil-Riss als mögliche Unglücksursache

Die Regierung macht Autostrade per l'Italia für das Unglück verantwortlich. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Die Brücke sei vorschriftsmässig vierteljährlich überprüft worden. Ausserdem seien zusätzliche Tests mittels hochspezialisierter Geräte erfolgt.

Zudem habe das Unternehmen, das fast die Hälfte aller italienischen Autobahnen betreibt, seit 2012 jährlich mehr als eine Milliarde Euro in "Sicherheit, Instandhaltung und Verbesserung des Netzes" investiert.

Die Zeitung "La Repubblica" berichtete am Freitag aber, dass eine von der Firma in Auftrag gegebene Studie schon 2017 Schwächen in den Tragseilen der Brücke entdeckt habe. Auch Experten zogen einen Riss eines Tragseils als Unglücksursache in Betracht.

Der mehr als 40 Meter hohe Polcevera-Viadukt, der auch Morandi-Brücke genannt wird, spannte sich nicht nur über Wohnhäuser, sondern auch über Gleisanlagen und Fabriken. Die Brücke ist Teil der Autobahn 10 und verbindet den Osten mit dem Westen der Stadt. Sie ist als Urlaubsroute "Autostrada dei Fiori" bekannt und eine wichtige Fernstrasse nach Südfrankreich, ins Piemont und in die Lombardei.

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