Deutsche wandern am liebsten in die Schweiz aus

Deutsche Auswanderer sind jung, hochqualifiziert und verlassen Deutschland in der Regel für einen besser bezahlten Job, vorzugsweise in der Schweiz. Das zeigt die erste repräsentative Studie, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

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Deutsche Auswanderer zieht es vorzugsweise in die Schweiz.
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Lieber ganz bleiben als nur Grenzgänger sein: des Deutschen liebstes Auswanderungsland ist die Schweiz.

Deutsche Auswanderer zieht es vorzugsweise in die Schweiz.

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT
(sda/afp)

Laut der Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung über deutsche Aus- und Rückwanderer haben über 70 Prozent der deutschen Auswanderer einen Hochschulabschluss. Jährlich wandern etwa 180'000 Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit ins Ausland ab - und 130'000 kehren pro Jahr zurück.

Beliebtestes Ziel der Auswanderer war die Schweiz - jeden fünften von ihnen zog es in die Eidgenossenschaft. Es folgten Österreich, die USA und Grossbritannien. Fast 60 Prozent der Studienteilnehmer verliessen Deutschland der Studie zufolge aus beruflichen Gründen.

Ein wichtiges Motiv für viele Auswanderer war auch die Verwirklichung eines bestimmten Lebensstiles - sie hofften auf eine andere Mentalität oder ein anderes Klima im Zielland. Jeder dritte Auswanderer zog wegen eines Familienmitglieds oder Partners ins Ausland. Ein Fünftel gab an, für ein Studium im Ausland zu leben. Nur eine Minderheit der Befragten gab als Motiv an, von Deutschland enttäuscht zu sein.

Die meisten gehen zwischen 20 und 40

Laut den Studienautoren gewinnt internationale Mobilität insbesondere für junge Menschen an Bedeutung. Demnach sind die meisten deutschen Auswanderer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.

An der Studie des Bundesinstituts in Zusammenarbeit mit Soziologen der Universität Duisburg-Essen nahmen über 10'000 deutsche Aus- und Rückwanderer aus 169 Ländern teil. Die Autoren der Studie untersuchten, wer sich in Deutschland abmeldete und welche Motive und individuellen Konsequenzen damit verbunden sind.

Um die jeweiligen Vor- und Nachteile von Auswanderung zu erfassen, befragten die Studienautoren erst seit kurzem im Ausland lebende Menschen. «Über 60 Prozent der Befragten gaben an, ihr Nettohaushaltseinkommen im Ausland sei im Vergleich zu ihrem Gehalt ein Jahr zuvor 'besser' oder 'viel besser'», sagte Andreas Ette vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.

Durchschnittlich verdienten die Ausgewanderten jährlich 12'000 Euro mehr. Bei Frauen und der Gruppe geringer Qualifizierter zeigte sich dieser Gehaltsunterschied noch deutlicher.

Allerdings berichteten die Auswanderer auch von eher negativen Erfahrungen: So verschlechterten sich für 40 Prozent der Befragten im Ausland die sozialen Kontakte.