Covid-Anlage auf Lesbos schliesst - MSF protestieren

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat gegen einen Beschluss der griechischen Kommunalbehörden auf der Insel Lesbos protestiert, die Schliessung ihres Covid-19-Zentrums neben dem berüchtigten Lager von Moria mit Sanktionen zu erzwingen.

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ARCHIV - Blick auf das Flüchtlingslager Camp Moria und angrenzende Behelfslager auf der griechischen Insel Lesbos. Foto: Angelos Tzortzinis/DPA

ARCHIV - Blick auf das Flüchtlingslager Camp Moria und angrenzende Behelfslager auf der griechischen Insel Lesbos. Foto: Angelos Tzortzinis/DPA

Keystone/dpa/Angelos Tzortzinis
(sda/dpa)

Wegen angeblicher Verstösse gegen die Stadtplanungsverordnung waren zuvor Geldstrafen verhängt worden. «Wir sind zutiefst enttäuscht, dass die Behörden auf Lesbos diese Bussgelder und die Drohung mit einer Klage aufrechterhalten», erklärte Stephan Oberreit, Landeskoordinator der Medecins sans Frontières in Griechenland, am Donnerstag.

Wie es aus Kreisen der Regierung in Athen hiess, will das Migrationsministerium die Situation um das Lager von Moria zunehmend selbst in den Griff bekommen. Deswegen soll bis 20. August ein von Griechenland betriebenes neues Gesundheitszentrum für Covid-19- Verdachtsfälle vor dem Eingang des Moria-Camps eröffnet werden.

Ärzte ohne Grenzen erklärte, die Organisation sei trotz der Behinderungen bereit, die griechische Regierung zu beraten, wie das Risiko einer Ausbreitung von Covid-19 in dem Lager in Moria verringert werden kann. Zugleich würden alle weiteren MSF-Projekte in der Region fortgesetzt, etwa im Bereich der medizinischen Versorgung von Frauen und Kindern sowie im Bereich der psychologischen Hilfe. In Moria ist bislang trotz des engen Raums und der miserablen hygienischen Bedingungen kein Corona-Infektionsfall diagnostiziert worden.