Coronavirus in China: WHO erklärt internationale Notlage

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Ausbruchs der neuen Lungenkrankheit in China eine «gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite» ausgerufen. Damit sind konkrete Empfehlungen an Staaten verbunden, um die Ausbreitung möglichst einzudämmen.

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Die WHO hat wegen des Coronavirus eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen. Man wisse nicht, welchen Schaden das Virus in einem Land mit einem schwachen Gesundheitssystem anrichten würde, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Die WHO hat wegen des Coronavirus eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen. Man wisse nicht, welchen Schaden das Virus in einem Land mit einem schwachen Gesundheitssystem anrichten würde, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

KEYSTONE/JCB
(sda)

Noch sei die Zahl der Infektionen ausserhalb Chinas relativ gering, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend in Genf. Aber man wisse nicht, welchen Schaden das Virus in einem Land mit einem schwachen Gesundheitssystem anrichten würde. Die grösste Sorge sei, dass sich das Virus in solchen Ländern ausbreiten könnte.

Der Schritt sei nicht als Misstrauensvotum gegen China zu verstehen, betonte der WHO-Generaldirektor und lobte ausdrücklich die Massnahmen der Chinesen. In der vergangenen Woche hatte die WHO noch darauf verzichtet, den Ausbruch als internationalen Gesundheitsnotstand einzustufen.

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV hat mittlerweile die weltweiten Fälle bei der Sars-Pandemie vor 17 Jahren übertroffen. Mit 317 neuen Erkrankungen, die die Behörden der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina am Donnerstag berichteten, kletterte die Gesamtzahl weltweit auf mehr als 8100.

An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars) waren 2002/2003 nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation 8096 Menschen erkrankt und 774 gestorben. Durch das neue Virus, das mit dem Sars-Erreger verwandt ist, sind bisher 170 Menschen ums Leben gekommen.

Der Anstieg ist rasant. Vor zwei Wochen waren erst 40 Fälle gezählt worden. Der Höhepunkt der Epidemie wird frühestens in einer Woche erwartet. Ausserhalb der Volksrepublik sind in rund 20 Ländern mehr als 100 Infektionen gezählt worden.