Corona-Lockerungen: Estland öffnet Schulen Mitte Mai wieder

Estland hat weitere Lockerungen seiner in der Coronavirus-Krise ergriffenen Massnahmen angekündigt. In dem baltischen EU-Land sollen die ersten Kinder und andere Lernende unter strengen Auflagen bald wieder in die Schule gehen können.

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Estland will die ergriffenen Coronavirus-Massnahmen langsam wieder lockern - Kinder sollen auch wieder in kleinen Gruppen zur Schule gehen.

Estland will die ergriffenen Coronavirus-Massnahmen langsam wieder lockern - Kinder sollen auch wieder in kleinen Gruppen zur Schule gehen.

KEYSTONE/EPA/TOMS KALNINS
(sda/dpa)

Auf Beschluss der Regierung in Tallinn sind zum 15. Mai wieder erste Schulaktivitäten erlaubt. Dies teilte die Staatskanzlei am Dienstagabend mit. Die Regelung gilt den Angaben zufolge für allgemeinbildende Schulen, Berufsschulen, Universitäten und weitere Bildungseinrichtungen.

«Wissenschaftler haben die schrittweise Wiederaufnahme des Kontaktunterrichts gebilligt», erklärte Bildungsminister Mailis Reps. Demnach kann der Unterricht in Schulräumen in kleineren Gruppen von bis zu zehn Personen und einem Lehrer stattfinden. Ausnahmen gelten für Prüfungen, die in grösseren Räumlichkeiten abgehalten werden können.

«2 + 2»-Regel

Weitere Erleichterungen wurden für kulturelle Einrichtungen beschlossen. Nachdem zum Wochenende bereits Freilichtmuseen und Ausstellungen im Freien wieder öffnen durften, sollen zum 11. Mai nun auch die Innenräumen von Museen und Ausstellungshallen für Besucher zugänglich sein. Erlaubt sind Gruppen von bis zu zehn Personen. Auch Gottesdienste sind ab dem 10. Mai wieder möglich. In allen Fällen gilt aber die sogenannte 2 + 2-Regel, wonach nicht mehr als zwei Personen zusammen sein dürfen und sie einen Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen Personen einhalten müssen.

Estland mit seinen rund 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 1711 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 55 Todesfälle. Im Kampf gegen das Virus hatte die Regierung in Tallinn einen bereits einmal verlängerten landesweiten Notstand bis zum 17. Mai ausgerufen. Der Schulbetrieb ist seit Mitte März auf Fernunterricht umgestellt.