Australien

Corona-Ausbruch im Gefängnis von Assange

Im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh, in dem Wikileaks-Gründer Julian Assange sitzt, gibt es einen Corona-Ausbruch.

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ARCHIV - Wikileaks-Gründer Julian Assange verlässt am 13. Januar 2020 das Westminster Magistrates Court in London, wo er zu einer Anhörung zum Auslieferungsgesuch der USA erschien. Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

ARCHIV - Wikileaks-Gründer Julian Assange verlässt am 13. Januar 2020 das Westminster Magistrates Court in London, wo er zu einer Anhörung zum Auslieferungsgesuch der USA erschien. Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Keystone/PA Wire/Dominic Lipinski
(sda/dpa)

Viele Insassen haben dem 49-Jährigen zufolge behördliche Schreiben erhalten, in denen sie über Covid-19-Fälle informiert worden seien. Sport und auch das Duschen sind demnach verboten worden, Mahlzeiten dürfen nur noch in Zellen eingenommen werden.

Assange sitzt seit etwa eineinhalb Jahren in der Haftanstalt. Die Anwältin Stella Moris, mit der er zwei kleine Kinder hat, äusserte sich «extrem besorgt». Ihr Partner sei ohnehin schon gesundheitlich angeschlagen. Ein offizieller Vertreter des Gefängnisses bestätigte «eine Anzahl von positiven Fällen». Es soll ein Flügel betroffen sein, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. In Grossbritannien gibt es in vielen Haftanstalten Corona-Infektionen.

Die US-Justiz fordert die Auslieferung von Assange. Sie wirft ihm vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Bei einer Verurteilung in allen Anklagepunkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch US-Soldaten geführt.

Assange war 2012 aus Angst vor einer Auslieferung an die USA in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, da er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstossen hatte.