«Charlie-Hebdo»-Herausgeber verteidigt Publikation von Karikaturen

Im Prozess um den islamistischen Terroranschlag auf das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» hat Herausgeber und Karikaturist Laurent Sourisseau alias Riss die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen verteidigt. «Wenn man nicht für seine Freiheit kämpft, lebt man wie ein Sklave und rückt eine tödliche Ideologie in den Vordergrund», sagte der Journalist am Mittwoch in Paris vor einem Gericht für Terrorfälle, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

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Polizisten stehen Wache vor dem Gerichtssaal in dem der Prozess gegen den mutmasslichen Helfer der Anschläge auf die Redaktion «Charlie Hebdo» stattfindet. Der Prozess sollte bereits am 4. Mai beginnen und wurde wegen des Coronavirus auf die Zeitspanne vom 2. September bis 10. November verschoben. Foto: Francois Mori/AP/dpa

Polizisten stehen Wache vor dem Gerichtssaal in dem der Prozess gegen den mutmasslichen Helfer der Anschläge auf die Redaktion «Charlie Hebdo» stattfindet. Der Prozess sollte bereits am 4. Mai beginnen und wurde wegen des Coronavirus auf die Zeitspanne vom 2. September bis 10. November verschoben. Foto: Francois Mori/AP/dpa

Keystone/AP/Francois Mori
(sda/dpa)

Im Prozess um die Terrorserie vom Januar 2015 mit 17 Toten sind 14 Menschen angeklagt - drei von ihnen sind aber flüchtig. Vor Gericht wird nicht nur der Anschlag auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» verhandelt, sondern auch die Terrorattacke auf einen koscheren Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen.

Riss wurde bei dem Anschlag auf die Redaktion schwer an der Schulter verletzt. «Charlie Hebdo» hatte Zeichnungen, die 2005 von der dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» veröffentlicht worden waren, ein Jahr später gedruckt. Mohammed-Karikaturen galten als Hintergrund der Attacke auf die Redaktion.

Als der Terrorismusprozess Anfang des Monats begann, veröffentlichte «Charlie Hebdo» bereits zuvor erschienene Karikaturen erneut, was in mehreren Ländern zu Protest führte. Die islamische Tradition verbietet es, den Propheten Mohammed abzubilden. Staatschef Emmanuel Macron schaltete sich ein und erklärte, die im Land geltende Meinungsfreiheit umfasse auch das Recht zur Gotteslästerung.