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Bernie Sanders kündigt neue Kandidatur für US-Präsidentschaft an

US-Senator Bernie Sanders will ein zweites Mal für die Präsidentschaft kandidieren. Der 77-Jährige kündigte seine Bewerbung am Dienstag in einem Radiointerview an.
Bernie Sanders will abermals für die Präsidentschaft kandidieren. (Bild: KEYSTONE/EPA/PETE MAROVICH)

Bernie Sanders will abermals für die Präsidentschaft kandidieren. (Bild: KEYSTONE/EPA/PETE MAROVICH)

(sda/afp/reu/dpa)

Als Schwerpunktthemen seiner Kampagne nannte Sanders unter anderem eine allgemeine Krankenversicherung, die Anhebung des Mindestlohns und den Klimaschutz - und verband dies mit einer Kampfansage an Präsident Donald Trump.

Antreten gegen Trump

«Wir leben in einem gefährlichen Augenblick der amerikanischen Geschichte», sagte Sanders in einem Video. Trump nannte er einen «krankhaften Lügner». Der Präsident sei «ein Betrüger, ein Rassist, ein Sexist, ein Fremdenhasser und ein Mann, der die amerikanische Demokratie untergräbt und uns in Richtung Autokratie führt».

Dem Kurs des Präsidenten wolle er «die Prinzipien der wirtschaftlichen, sozialen, ethnischen und ökologischen Gerechtigkeit» entgegensetzen, sagte Sanders. Seine Kampfansage wurde umgehend aus dem Trump-Lager gekontert.

Die Debatte bei den Demokraten habe Sanders bereits gewonnen, weil dort jeder Kandidat seine Art von Sozialismus übernommen habe, erklärte Trumps Wahlkampfteam. Doch würden die US-Wähler eine Agenda zurückweisen, die auf «himmelhohe Steuersätze», eine staatlich gelenkte Krankenversicherung und das «Verhätscheln von Diktatoren» wie dem Venezolaner Nicolás Maduro abziele.

Den Wahlkampf will Sanders mit einem «Glauben an Gerechtigkeit, an Gemeinschaft, an Basispolitik» bestreiten, wie er sagte. Sein Ziel sei es, den Republikaner Trump aus dem Weissen Haus zu vertreiben.

Der parteilose, aber mit den Demokraten verbündete Senator Sanders hatte sich bereits um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten für die Wahl 2016 beworben und dabei unerwartet stark abgeschnitten gegen Mitbewerberin Hillary Clinton. Diese setzte sich letztlich nach einem harten Vorwahlkampf als Kandidatin ihrer Partei durch, unterlag dann aber bei der Wahl Trump.

Ikone vor allem junger Wähler

Der linksgerichtete Senator Sanders war im Wahlkampf 2016 zu einer Art Ikone vor allem junger Wähler geworden. Viele seiner Anhänger sind überzeugt, dass er Trump bei der Wahl besiegt hätte. Allerdings gibt es in der Partei nun auch kritische Stimmen, die hinterfragen, ob die Demokraten wirklich mit einem weissen Mann Ende 70 bei der nächsten Präsidentschaftswahl antreten sollten.

Sanders ist parteilos, stimmt im Senat aber mit den Demokraten. Sich selbst bezeichnet er als demokratischen Sozialisten. Er tritt ein für mehr soziale Gerechtigkeit und präsentiert sich gerne als Kämpfer gegen die Macht von Grosskonzernen, Banken und Lobbyisten. Der 77-Jährige vertritt den Bundesstaat Vermont.

Andere Ausgangslage

Die Ausgangslage ist für Sanders nun aber eine völlig andere als damals. Das Feld bei dem Kampf um die Kandidatur der Demokraten ist dieses Mal aussergewöhnlich breit. Vor Sanders stiegen in den vergangenen Wochen bereits elf andere Bewerber offiziell ins Rennen, darunter die Senatorinnen Kirsten Gillibrand, Kamala Harris, Elizabeth Warren und der frühere Wohnungsbauminister Julián Castro.

Auch die meisten anderen Bewerber der Demokraten vertreten eine linksgerichtete Programmatik. Sanders unterscheidet sich also in dieser Hinsicht dieses Mal nicht allzu sehr von der Konkurrenz. Die einzige prominente Bewerberin mit einem ausgesprochen moderaten Profil ist die Senatorin Amy Klobuchar.

Trump tritt wieder an

Das Bewerberfeld bei den Demokraten dürfte in nächster Zeit zudem grösser werden. Mögliche weitere Bewerber sind Ex- Vizepräsident Joe Biden, der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und der frühere Abgeordnete Beto O'Rourke aus Texas.

Die kommenden parteiinternen Vorwahlen der Demokraten beginnen Anfang 2020 in Iowa. Bei den Republikanern hat bislang nur Amtsinhaber Donald Trump erklärt, dass er wieder antreten wird.

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