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Bericht: Ecuador spionierte Assange in Londoner Botschaftsexil aus

Ecuador hat nach Informationen des "Guardian" ein millionenschweres Überwachungsprogramm für Wikileaks-Gründer Julian Assange in seinem Londoner Botschaftsexil aufgelegt.
Unterstützer fordern ein Ende der "Hexenjagd" auf Assange - doch wurde der Wikileaks-Gründer auch von seinen Gastgebern ausspioniert? (Bild: KEYSTONE/AP/KIRSTY WIGGLESWORTH)

Unterstützer fordern ein Ende der "Hexenjagd" auf Assange - doch wurde der Wikileaks-Gründer auch von seinen Gastgebern ausspioniert? (Bild: KEYSTONE/AP/KIRSTY WIGGLESWORTH)

(sda/afp)

Die Geheimdienstmission diente ursprünglich dem Schutz des Australiers vor den britischen Behörden, wie die britische Zeitung am Mittwoch berichtete. Später habe sich das Programm aber gegen Assange gerichtet, der das Netzwerk der Botschaft gehackt haben soll.

Dem Bericht zufolge liess sich Ecuador die Spionageaktivitäten fünf Millionen Dollar kosten. Eine Sicherheitsfirma sei damit beauftragt worden, Assanges Aktivitäten in der Botschaft zu überwachen und zu dokumentieren, wen er zu Besuch empfing. Dafür sei eine Wohnung nahe der Botschaft angemietet worden.

Auch internes Netzwerk gehackt?

Ecuadors damaliger Präsident Rafael Correa habe die "Operation Gast", die später in "Operation Hotel" umbenannt worden sei, unterstützt, berichtete der "Guardian". Unter seinem seit 2017 amtierenden Nachfolger Lenín Moreno, der Assange als ein "geerbtes Problem" betrachtet, sei das Programm zurückgefahren worden.

Den vertraulichen Dokumenten zufolge verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Assange und seinen ecuadorianischen Gastgebern auch, weil der Wikileaks-Gründer sich Zugang zum internen Netzwerk der Botschaft verschaffte. Der 46-Jährige habe "die offizielle und persönliche Kommunikation der Mitarbeiter" einsehen können. Wikileaks wies diese Anschuldigungen zurück.

Assange hatte die Regierung in Quito in den vergangenen Monaten auch mit politischen Stellungnahmen verärgert. Im März kappte die Botschaft daher seinen Internetzugang.

Angst vor Auslieferung an USA

Assange war 2012 in Ecuadors Vertretung in London geflohen, um einer Auslieferung an Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Die Stockholmer Staatsanwaltschaft legte den Fall vergangenes Jahr zu den Akten. Allerdings besteht nach wie vor ein britischer Haftbefehl, weil Assange 2010 gegen Bewährungsauflagen verstossen haben soll.

Der Australier befürchtet, an die USA überstellt zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats und womöglich sogar die Todesstrafe droht. Die von ihm mitgegründete Enthüllungsplattform Wikileaks hatte 2010 geheime Dokumente des US-Militärs veröffentlicht.

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